Kekomi und Keage

Im Karate gibt es die Unterscheidung zwischen Kekomi und Keage nur bei zwei Fußtechniken, und zwar bei Mae Geri und Yoko Geri. Die anderen Fußtechniken lassen aufgrund ihrer Eigenart keine solche Differenzierung zu. Der wesentliche Unterschied bei der Ausführung von Kekomi und Keage liegt im unterschiedlichen Einsatz der Hüfte.

Fußtechniken werden wie Ihr wisst in zwei Kategorien eingeteilt: in Kekomi und Keage. Auch die deutsche Sprache kennt für diese beiden Ausführungsformen zwei Entsprechungen: Fußstoß und Fußtritt.

Umgangssprachlich hört man häufig das Wort „stauchen“, das alles einschließt. Mit „Stauchen“ jedoch bezeichnet man unkontrolliertes Treten, denn ein in der Kampfkunst bewanderter Mensch staucht nicht, sondern tritt. Unter Treten in diesem Sinne versteht man die Ausführung eines Trittes unter Beachtung der in der jeweiligen Kampfkunst geltenden Richtlinien.

Yoko Geri Keage Yoko Geri Kekomi

Keage bezeichnet einen Fußtritt. Dieser Fußtritt ist durch ein „Schnappen“ des Beines im Kniegelenk gekennzeichnet. Das Knie wird hierbei wie gewöhnlich hoch angezogen und dann wird der Unterschenkel schnell und kraftvoll nach vorn und wieder zurück geschnellt (Schnappbewegung). Die Hüfte wird hierbei nach oben „geöffnet“, d.h., dass Becken wird bei Ausführung des Tritts leicht nach oben angekippt. Beim Keage ist die Kraft nach oben gerichtet. Man tritt also von unten nach oben beispielsweise gegen das Kinn, in die Achsel oder gegen den Solarplexus. Der Fuß bewegt sich dabei auf einer Kreisbahn zum Ziel.

Für die Ausführung des Yoko Geri Keage gibt es verschiedene Lehrmeinungen. Die einen vertreten die Auffassung, das Knie (und damit das ganze tretende Bein) sei eng am Körper anzuziehen, also wie bei Mae Geri (Hüfte geschlossen). Die andere Lehrmeinung schreibt das Anziehen Anziehen des tretenden Beines in einem Winkel von 45° zum Standbein vor (die Hüfte ist dadurch leicht geöffnet, Knie zeigt schräg nach vorn). Der Weg des Fußes ist bei beiden Möglichkeiten der gleiche, denn der Fuß des tretenden Beines befindet sich in seinem Ausgangs- und Endpunkt stets am Knie des Standbeines. Von dort aus wird der Fuß durch die Schnappbewegung des Kniegelenkes und einer leichten unterstützenden Hüftdrehung („Öffnen der Hüfte nach oben“) zum Ziel „geschleudert“.

Beachtet den deutlich verschiedenen Hüfteinsatz bei Keage und Kekomi:

Yoko Geri Keage Yoko Geri Kekomi

Ihr erkennt, dass die erste Möglichkeit einen stärkeren Hüfteinsatz ermöglicht, als die zweite Variante, denn bei der ersten Variante ist die Hüfte zu Beginn der Bewegung geschlossen, wohingegen die Hüfte bei der zweiten Variante bereits leicht geöffnet ist. Die zweite Variante aber lässt eine schnellere Ausführung der Technik zu, da dass Knie, welches den Dreh- und Angelpunkt der ganzen Technik bildet, dem Ziel schon ein wenig näher ist. Abschließend ist zu bemerken, dass keine der aufgezeigten Varianten falsch ist. Jeder sollte selbst entscheiden, welche der beiden er vorzieht und deshalb übt und anwendet.

Kekomi ist der Fußstoß oder auch „Stechtritt“. Dieser ist durch einen besonders starken Hüfteinsatz nach vorn (in Richtung des Fußstoßes) gekennzeichnet. Nach Anziehen des Knies wird der Fuß unter gleichzeitigem starken Vorstoßen der Hüfte gerade nach vorn gestreckt; man „sticht“ mit diesem Stoß durch das Ziel (z.B. Solarplexus) hindurch; der Kraftvektor ist nach vorn gerichtet. Besonderes Augenmerk gilt hierbei dem richtigen Hüfteinsatz. Beim Anziehen des Beines ist die Hüfte geschlossen (einer zusammengedrückten Biegehantel vergleichbar). Bei der Ausführung des Fußstoßes aber wird die Hüfte nach vorn katapultiert; sie wird geöffnet (loslassen der Biegehantel).

Knie anziehen Hüfte vorstoßen Fuß vorstoßen

Zum Abschluss eine kurze Zusammenfassung.

Keage ist ein kurzer Tritt, bei dem die Kraft nach oben gerichtet ist. Die Technik ist durch die Schnappbewegung im Kniegelenk und den leicht nach oben gerichteten Hüfteinsatz gekennzeichnet. Der Fuß beschreibt beim Tritt eine Kreisbahn zum Ziel und trifft von unten auf das Ziel.

Hüfteinsatz – Dieses Vorstoßen der Hüfte muss intensiv geübt werden.

Der Fußstoß Kekomi ist ein langer, nach vorn gerichteter Stoß. Charakterisierend für den Fußstoß ist der starke nach vorn gerichtete Hüfteinsatz. Bei der Ausführung des Stoßes sollte man das Gefühl haben, daß der Stoß das Ziel nicht „wegschiebt“, sondern durch das Ziel „hindurchsticht“ (Stechtritt). Um dies zu erreichen, muss der Fuß natürlich auf einer Geraden in das Ziel gestoßen werden.

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