Das richtige Verhalten

Zum Karate gehört, daß man sich richtig verbeugen lernt. Nicht einfach nur mal so... Doch alles beginnt mit einer ganz einfachen Sache: Wie setzt man sich zu Beginn des Trainings ab und wie steht man nach Mokuso wieder auf? Eigentlich sind dies ganz einfache und doch grundsätzliche Fragen, aber wenn sich jemand 'Karateka' nennen will, muß er auch diese Formen kennen. Beispielsweise setzt man sich im Training nur dann ab, wenn man hierzu die Erlaubnis bekommen hat oder wenn man den Ausführungen des Trainers folgt. Entsprechend der Tradition setzt man sich im Training entweder im Seiza oder im Schneidersitz ab. Ganz und gar unhöflich ist das Ausstrecken der Beine, da man seinem Gegenüber nicht die schmutzigen Füße entgegenstreckt. Dies ist ein Zeichen von Respektlosigkeit.
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Aus der Grußstellung (Musubi Dachi: die Hände befinden sich an der seitlichen Hosennaht, die Fersen sind zusammen, die Füße leicht geöffnet) heraus geht man in die Hocke, die Hände befinden sich oberhalb der Knie. Zuerst berührt das linke, dann das rechte Knie den Boden. Diese Reihenfolge rührt von der Tradition her, derzufolge der Samurai stets wachsam sein mußte, um einem plötzlichen Angriff entgehen zu können. Hierbei geht man davon aus, daß der Samurai als Rechtshänder sein Schwert links trägt und es jederzeit blitzschnell ziehen können mußte. Hätte er zuerst sein rechtes Knie auf dem Boden abgestützt, wäre er aufgrund der für ihn hier etwas ungünstigeren Situation möglichweise zu langsam, um auf einen unvorhergesehenen Angriff schnell genug reagieren zu können. Aufgestanden wird dann in genau der entgegengesetzten Reihenfolge und zwar wird jetzt zuerst das rechte und anschließend das linke Knie vom Boden gehoben, um wie bereits zuvor beschrieben schnell auf jedes Ereignis reagieren zu können. Danach richtet man sich wieder mit gerader Körperhaltung auf. Wer den Ausführungen des Trainers beim letzten Lehrgang in Elsterwerda aufmerksam gefolgt ist, konnte dies leicht nachvollziehen, da Siggi Gelz diesen Teil der Dojo-Etikette sehr genau und anschaulich erläuterte. Dies tat auch leider not, da sich viele offenbar nicht vernünftig absetzen können sondern sobald das entsprechende Signal vom Trainer kommt einfach wie ein nasser Sack zu Boden fallen lassen. Bitte vergeßt nicht: Karate besteht nicht nur aus Handkantenschlägen und Fußtritten, sondern ist eben sehr viel mehr. Hinter dem Karate steht eine lange Geschichte, eine jahrhundertealte Traidition, die man nie außer acht lassen darf, will man versuchen, Karate ganzheitlich zu begreifen und nicht nur bruchstückhaft zu erfassen. Ralph P. Görlach

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