{"id":602,"date":"2005-07-17T11:36:15","date_gmt":"2005-07-17T10:36:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/?p=602"},"modified":"2008-02-11T11:39:05","modified_gmt":"2008-02-11T10:39:05","slug":"instructor-ausbildung-in-ungarn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/instructor-ausbildung-in-ungarn\/","title":{"rendered":"Instructor-Ausbildung in Ungarn"},"content":{"rendered":"<p><img ALIGN=\"right\" HEIGHT=\"75\" WIDTH=\"99\" VSPACE=\"10\" HSPACE=\"10\" BORDER=\"0\" SRC=\"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-content\/gallery\/050717\/thumbs\/thumbs_050717129.jpg\" \/>Auch wenn die ungarische Stadt Zalaszentgrot rund 750 Kilometer von uns entfernt liegt, so ist sie doch zumindest f\u00fcr das nun schon zum 2. Mal stattfindende Internationale Karate-Instructor-Camp ein idealer Ort.<\/p>\n<p>Um die Anfahrt etwas ruhiger zu gestalten, fuhren wir bereits am Dienstag \u00fcber Prag nach Wien, wo wir \u00fcbernachteten. In Prag nutzten wir die Gelegenheit zu einem kurzem Zwischenstopp, um uns die Goldene Stadt anzusehen.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Am Mittwoch waren wir mit die ersten die Zalaszentgrot eintrafen. Die Amerikaner (3 von ihnen waren auch schon im letzten Jahr dabei), waren schon ein wenig fr\u00fcher angereist, sa\u00dfen gemeinsam mit Safar Sensei und Otis Sensei beim Mittagessen als wir eintrafen. Nat\u00fcrlich folgte zun\u00e4chst eine herzliche Begr\u00fc\u00dfung. W\u00e4hrend die Anmeldung im letzten Jahr etwas durcheinander ging, hatte Safar Sensei in diesem Fall durch seine Frau f\u00fcr eine perfekte Organisation gesorgt. Ein gro\u00dfes Lob hierf\u00fcr an die Organisatoren!<\/p>\n<p>Da wir am ersten Tag noch Freizeit hatten, schauten wir uns zun\u00e4chst die Stadt ein wenig an, was in Anbetracht der Gr\u00f6\u00dfe Zalaszentgrots nicht allzuviel Zeit in Anspruch nahm. Nach und nach trafen auch die anderen Lehrgangsteilnehmer aus Ungarn und Deutschland ein&#8230;<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging es dann erst einmal zum gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck in die nahgelegene Schule. \u00dcberall sahen wir viele bekannte und vertraute Gesichter und in nur einer knappen Stunde sollte das erste Training schon beginnen. Das R\u00fchrei mit Speck war hierbei sicherlich nicht die richtige Wahl f\u00fcr das Fr\u00fchst\u00fcck.<\/p>\n<p>Das erste Training wurde vom B\u00fcrgermeister der Stadt Zalaszentgrot er\u00f6ffnet. Desweiteren waren aber auch Repr\u00e4sentanten anderer St\u00e4dte und Verb\u00e4nde anwesend. Nach einigen Ansprachen begann dann endlich das erste Training unter Leitung von Safar Sensei. Das Haupt-Thema der vier Lehrgangs-Tage war Kumite. Wie \u00fcblich begannen wir mit grundlegenden \u00dcbungen des Sanbon-Kumite um dann im weiteren Verlauf hierauf aufbauend andere Kumite-Formen zu \u00fcben. Viele Partnerwechsel erm\u00f6glichten unterschiedliche Trainingserfahrungen und stellten die \u00dcbenden immer wieder vor neue Herausforderungen, schuf aber zugleich auch die Basis f\u00fcr neue Bekanntschaften und Freundschaften.<\/p>\n<p>Da das erste Training recht anstrengend war, f\u00fchlten wir uns nach dem Training recht m\u00fcde und nutzten die Mittagspause zum Ausruhen. Die Mittags-Hitze heizte die Turnhalle noch zus\u00e4tzlich auf, so dass die meisten das Nachmittags-Training bei Otis Sensei als besonders anstrengend empfanden.<\/p>\n<p>Nach dem Training hatten wir ein wenig Freizeit und f\u00fcr 19.00 Uhr freuten sich die meisten schon auf die Weinverkostung auf einem nahegelegenem Weingut. Doch p\u00fcnktlich kurz vor dem Abmarsch begann es kr\u00e4ftig zu regnen. Safar Sensei hatte jedoch einen Bus organisiert, so dass wir alle trocken ankamen. Nach verschiedenen Sorten Wein ging es dann aus dem Keller hinauf in die Gaststube, wo uns ein Ungar mit Volksweisen auf dem Akkordeon erfreute. Safar Sensei und besonders einige Ungarn sangen kr\u00e4ftig mit. Eine fantastische Stimmung erf\u00fcllte den Raum und auch das Abendessen war super. Einzig die scharfen Paprika des letzten Jahres hatte ich ein wenig vermisst.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging es dann nach einer recht kurzen Nacht weiter. Safar Sensei leitete das Training und begann sogleich mit einigen interessanten Kombinationen nach der Erw\u00e4rmung, die so manchem Teilnehmer schon arge Probleme bereitete. Die \u00dcbung selbst wurde dann etwas ruhiger. Das Mittagessen war heute auch besser und f\u00fcr den Nachmittag stand neben dem Training auch noch ein besonderer Teil auf dem Programm: Prof. Stricevic (ja &#8211; genau der der auch das Buch &#8222;Modernes Karate&#8220; verfasst hat, Dekan des Institus f\u00fcr Gesundheitswissenschaften an Long Island Universit\u00e4t in New York), sollte zu einigen ausgew\u00e4hlten Themen referieren. Hierauf freuten wir uns nat\u00fcrlich besonders.<\/p>\n<p>Safar Sensei und Prof. Stricevic sind seit vielen Jahren enge Freunde und so war Prof. Stricevic dieser Einladung nat\u00fcrlich gern gefolgt. Am ersten Tag referierte er \u00fcber die Bedeutung der Shorin und Shorei Kata und lies uns an seinen Ansichten und Erkenntnissen teilhaben. Obwohl ein sehr ber\u00fchmter Mann ist Prof. Stricevic sehr freundlich, entgegenkommend, hilfsbereit&#8230; Gleichwohl merkt man ihm aber auch an, dass er bei Pr\u00fcfungen ein sehr strenger aber zugleich auch fairer Pr\u00fcfer ist.<\/p>\n<p>Safar Sensei \u00fcbersetzte f\u00fcr die Ungarn und irgendwann einmal hielt er in seiner \u00dcbersetzung inne. Prof. Stricevic trat hinter Safar Sensei, legte seine H\u00e4nde auf dessen Schultern und sagte, &#8222;ja mein Freund, der Dolmetscher, scheint schon irgendwo anders zu sein&#8230;&#8220; Daraufhin begann Safar Sensei vermeintlich f\u00fcr die Ungarn zu \u00fcbersetzen, indem er die Worte von Prof. Stricevic auf Englisch wiederholte bis er bemerkte, dass er nicht Ungarisch, sondern Englisch sprach. Solche Situationen, kurze Anekdoten usw. lockerten den Vortrag auf, so dass die anderthalb Stunden wie im Flug vergingen.<\/p>\n<p>Der heutige Abend war frei. Wir nutzten ihn neben verschiedenen Diskussionen jedoch auch um eine kleine \u00dcberraschung f\u00fcr den Geburtstag Safar Sensei&#8217;s am Samstag vorzubreiten.<\/p>\n<p>Am Samstag morgen trafen wir uns alle fr\u00fch zeitig in der Lobby des Hotels, um Safar Sensei ein kleines Geburtstags-St\u00e4ndchen zu bringen. Er war \u00fcber das St\u00e4ndchen so ger\u00fchrt, dass er zun\u00e4chst nach Worten ringen musste. Das Training am heutigen Morgen \u00fcbernahm Otis Sensei. Gleich im Anschluss an das Training folgte der n\u00e4chste Vortrag von Prof. Stricevic. Diesmal stellte er grob verschiedene Trainingsintensit\u00e4ten und Trainingsmethoden f\u00fcr Spitzen-Sportler und Freizeit-Sportler vor. Als wichtigste Botschaft gab er uns eines mit auf den Weg: &#8222;Ihr macht doch traditionelles Karate&#8230; Leute, h\u00f6rt damit auf! &#8230; Wenn ihr traditionelles Karate macht, m\u00fcsst ihr n\u00e4mlich alles machen (gemeint ist Training f\u00fcr Spitzensportler und Freizeitsportler) Das ist einfach zu viel!&#8220; Aber zugleich lies er uns wissen, dass es keinen Spitzen-Karateka g\u00e4be, der nicht zuvor eine gute traditionelle Schule besucht habe.<\/p>\n<p>Nach dem Mittag fanden Dan-Pr\u00fcfungen statt: 2x Shodan, 1x Nidan, 1x Yondan und 4x Rokudan. Die Pr\u00fcfungen zogen lange sich hin, so dass der anschlie\u00dfende Wettkampf erst mit rund 2 Stunden Versp\u00e4tung beginnen konnte. Der Wettkampf war hochkar\u00e4tig besetzt. Dabei wurden Wettbewerbe sowohl im Einzel als auch Team ausgetragen und zwar jeweils in den Kategorien Kata und Kumite. Ein junger Ungar bestach mit einer herausragenden Kata-Leistung und einer ebenso guten Leistung im Kumite. Eine winzige Unaufmerksamkeit von Kevin Warner (US Kata-Champion) nutzte er konsequent aus. Als er darauf aber auf Russell traf, verlor er, da Russell es verstand, ihn 3 Mal zum Verlassen der Kampffl\u00e4che zu zwingen. Nathan, der schwergewichtige amerikanische Polizist war diesmal nicht so gut drauf &#8211; oder besser: die anderen waren besser auf ihn vorbereitet. Sein l\u00e4ngster Kampf dauerte diesmal 1.07 Minuten, der k\u00fcrzeste 7 Sekunden. Im letzten Jahr hatte er den Kampf schon mit dem &#8222;Hajime&#8220; des Kampfrichters erfolgreich f\u00fcr sich entschieden.<\/p>\n<p>Am Abend fand die gro\u00dfe Lehrgangsparty statt, die zugleich die Geburtstags-Party von Safar Sensei war. Diesmal spielte eine Band auf &#8211; dies allerdings so laut, dass die Tanzfl\u00e4che weitestgehend leer blieb und die meisten drau\u00dfen standen (leider). Das Essen und die Geburtstagstorte von Safar Sensei waren allerdings wieder sehr gut. Im Verlauf des Abends gab Safar Sensei auch die Pr\u00fcfungsergebnisse bekannt. Die Yondan-Pr\u00fcfung sowie 3 der Roku-Dan-Pr\u00fcfungen waren nicht erfolgreich.<\/p>\n<p>Dann war es auch schon wieder Sonntag-Vormittag: Letztes Training. Zu Beginn des Trainings hatte Safar Sensei eine \u00dcberraschung. Er teilte uns mit, dass er sich, nachdem er bis 5.30 Uhr morgens \u00fcber die Pr\u00fcfungsergebnisse zusammen mit Otis Sensei und Prof. Stricevic diskutiert hatte, dazu entschlossen habe, einige der Pr\u00fcfungsergebnisse zu revidieren, da er nicht mit einer m\u00f6glicherweise falschen Entscheidung leben wolle. So gab er unter lautem und anhaltemden Beifall zwei weitere erfolgreiche Rokudan-Pr\u00fcfungen bekannt.<\/p>\n<p>Das letzte Training hatte Kata und deren Anwendung zum Inhalt, wobei Safar Sensei Wert darauf legte, dass Kata wie Kumite auszuf\u00fchren sei. Richtiges \u00dcben von Kata ist dem Kumite gleichzusetzen, wobei Kumite aber nicht gleichwertig zu Kata ist. Zum Abschluss des Trainings forderte Otis Sensei dazu auf, eintausend Mal einen Choku Tsuki auszuf\u00fchren &#8211; nicht einfach tausend Choku Tsuki. Safar Sensei erinnerte im Anschluss daran, dass Nishiyama Sensei immer gesagt hat: &#8222;Eintausend Mae Geri sind ein Mae Geri.&#8220;<\/p>\n<p>Dieses Instructor-Camp in einer einzigartigen Atmosph\u00e4re war leider viel zu schnell vor\u00fcber. Allerding sind wir uns sicher, dass wir auch im kommenden Jahr wieder dabei sein werden.<\/p>ngg_shortcode_0_placeholder","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch wenn die ungarische Stadt Zalaszentgrot rund 750 Kilometer von uns entfernt liegt, so ist sie doch zumindest f\u00fcr das nun schon zum 2. Mal stattfindende Internationale Karate-Instructor-Camp ein idealer Ort. Um die Anfahrt etwas ruhiger zu gestalten, fuhren wir bereits am Dienstag \u00fcber Prag nach Wien, wo wir \u00fcbernachteten. 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