{"id":251,"date":"1998-03-15T07:03:40","date_gmt":"1998-03-15T06:03:40","guid":{"rendered":"http:\/\/lubwart.de\/wordpress\/?p=251"},"modified":"2008-02-08T07:12:10","modified_gmt":"2008-02-08T06:12:10","slug":"intructorausbildung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/intructorausbildung\/","title":{"rendered":"Intructorausbildung"},"content":{"rendered":"<p>Es war mal wieder so weit. Berlin-Karow, der 14.02.98. Die 1. Instructorausbildung diesen Jahres. Die Halle war wirklich besetzt.<\/p>\n<p>Nachdem sich Sensei Imura seiner Gruppe kurz vorstellte bzw. Piere L. mit seinen Mittrainierenden ihn begr\u00fc\u00dften, ging es dann auch schon los. Mit lockeren \u00dcbungen im Stand wie Sanbon-Zuki oder Kombinationen wie <!--more-->Age-Uke, Soto-Uke, Gedan-Barai wurden die Karateka schon richtig gefordert. Dabei versteht es sich nat\u00fcrlich von selbst, da\u00df alle in Kiba-Dachi stehen mu\u00dften &#8211; Schwarzgurtniveau. Dabei zitterten so manch einem die Beine.<\/p>\n<p>Nach diesen Trocken\u00fcbungen ging es dann zur Praxis an den Partner \u00fcber. 3 Partner mu\u00dften sich zusammenfinden, um Mae-Gerie miteinder zu trainieren. Jeweils 1 Partner mu\u00dfte sich dabei in Bankstellung zwischen den anderen beiden hinknien, w\u00e4hrend sich der 2. Partner mit einem Fu\u00df auf jenen stellen mu\u00dfte dabei eine Hand hochhaltend, auf jene dann der 3. Partner Mae-Gerie treten mu\u00dfte. Ziel und Zweck der \u00dcbung war es einen langen Mae-Gerie auf eine lange Distanz zu treten, welcher auch zielgenau und \u00e4u\u00dferst pr\u00e4zise sein mu\u00dfte um den anderen nicht zu verletzen &#8211; aber auch stark. Dabei kam es nat\u00fcrlich auch auf einen festen Stand an &#8211; ein Herumwackeln gab es nicht. Nach dieser \u00dcbung folgte sogleich eine weitere am Partner: Der Angreifer mu\u00dfte mit Mae-Gerie, Jodan-Zuki, Shudan-Zuki und Shudan-Zuki angreifen. W\u00e4hrend dessen die Verteidigerseiten mit Gedan-Barei, Age-Uke, Soto-Uke und Gedan-Barai abwehren mu\u00dften. Dies war auch ziemlich anstrengend, da der Partner ganze 7x gewechselt wurde. Dabei keuchte so ziemlich jeder. Auf den richtigen Rhythmus dieser nun sehr schwierig erscheinenden Kombinationen legte Sensei Imura besonders Wert. Durch das Motto &#8222;dem Gegner den eigenen Rhythmus aufzwingen&#8220;, war in der Halle &#8222;Action&#8220; angesagt und die Kampfschreie grollten durch die Halle, so als ob eine Lawine ein ruhiges Tal platt macht. Alle Karateka mu\u00dften nach Anweisung des Sensei&#8217;s so schnell sein, da\u00df der Gegner seine Besinnung v\u00f6llig verliert.<\/p>\n<p>Nun endlich war es an der Zeit eine f\u00fcnf-min\u00fctige Pause dazwischenzuschieben, die wirklich angebracht war.<\/p>\n<p>Dann ging es weiter. Die n\u00e4chste \u00dcbung wurde durch ein gewisses Kamikazetraining fortgesetzt. Beide Partner standen sich dabei mit Shudan-Kamae gegen\u00fcber, w\u00e4hrend sie auf Z\u00e4hlzeit mit Oi-Zuki aufeinander zuliefen, sich aber nicht dabei umrennen bzw. verletzen durften.<\/p>\n<p>Etwas sp\u00e4ter wurde noch Mawashi-Geri hinzugef\u00fcgt. Dies schien auch so jeden platt zu machen, weil ein richtiger Rhythmus zum einen gefragt war, zum Anderen aber auch ein richtiges K\u00f6rpergef\u00fchl sowie auch Kime. PUH&#8230;<\/p>\n<p>Nach dieser Kombination ging das Training langsam seinem Ende entgegen und Sensei Imura machte noch einige Anmerkungen:<\/p>\n<p>1. &#8222;Dies war Jion-Training, indem ihr vor allem lernen m\u00fc\u00dft schnell zu sein &#8211; so schnell, als ob ein Adler eine Maus packt.&#8220;<\/p>\n<p>2. &#8222;Man soll nicht immer mechanisch Kata \u00fcben, obwohl die Grundschule wichtig ist. Das richtige Timing in der Kata ist wichtig&#8220;&#8230;<\/p>\n<p>Er legte besonders Wert auf Hikite, sowie auf Schnelligkeit und H\u00fcftrotation. Die ist halt ein typisches Trainingsniveau f\u00fcr Schwarzgurte.<\/p>\n<p>Sensei Imura legte sich sofort ins Zeug. Das machte wieder so ziemlich jeden zu schaffen. Mit einer einfachen Sprungwechsel\u00fcbung aus Zenkutsu-Dachi. Dabei mu\u00dften alle immer im Wechsel Gyaku-Zuki ausf\u00fchren.<\/p>\n<p>Danach tat er noch etwas mehr f\u00fcr die Beine. Nach einem kurzen Sprungwechsel wurde also Mae-Gerie eingebaut, woraufhin dann aber alle hinten abgesetzten mu\u00dfte. Nach einer kurzen Verschnaufpause wurde noch bis zum Ende des Trainings ein intensives Jion-Training vorgenommen. Ja, Kata kann wirklich anstrengend sein&#8230;<\/p>\n<p>Nach dem Training stellte Imura ihnen noch eine simple Frage: &#8222;Denkt ihr, ihr habt heute etwas gelernt?&#8220;<\/p>\n<p>Jeder keuchende Karateka antwortete darauf mit einem schnellen &#8222;ja&#8220;, um weiteren Strapazen nicht ausgesetzt sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Sicherlich freut sich schon jeder Karateka, um an einem weiteren Lehrgang mit Sensei Imura teilzunehmen.<\/p>\n<p>M. Ke\u00dfler<\/p>ngg_shortcode_0_placeholder<p>Am Sonntag ging es dann lustig weiter. Sensei Imura kam etwas fr\u00fcher als erwartet und schon rief Pierre zur Aufstellung. Alle richteten sich aus und standen in einer Reihe nur einer fehlte &#8211; Sensei Imura. Die weiter vorn stehenden Schwarzgurte schauten etwas verwundert drein, als dieser pl\u00f6tzlich verschwunden war. Doch dann entdeckt Pierre ihn. Mit einem verschmitzten L\u00e4cheln hatte sich Sensei Imura einfach einmal ganz hinten neben den letzten Braungurt hingestellt und harrte der Dinge die da kommen sollten.<\/p>\n<p>Nach der Begr\u00fc\u00dfung er\u00f6ffnete uns Sensei Imura, da\u00df wir heute Kanku Dai \u00fcben werden. Er sagt, die Kata sei sehr lang und wir h\u00e4tten nicht viel Zeit, also m\u00fc\u00dften wir uns schnell an die Arbeit machen. Und dann ging es auch schon los. Zun\u00e4chst waren einige Armtechniken dran, doch schon sehr schnell ging Sensei Imura zum eigentlichen Schwerpunkt \u00fcber &#8211; Uraken, Shuto Uchi und alles nat\u00fcrlich mit sehr deutlichem H\u00fcfteinsatz, den Sensei Imura \u00fcbrigens in Perfektion demonstrieren konnte, uns jedoch gelang dies nur mit gro\u00dfer M\u00fche.<\/p>\n<p>Der Schwerpunkt des Sonntags-Trainings lag allerdings im \u00dcben der Kata Kanku-Dai. Eine kennzeichnende und auch besonders schwierige Technik dieser Kata ist Nidan Tobi Geri (zweifach gesprungener Fu\u00dftritt). Diese Technik lie\u00df uns Sensei Imura auch ganz besonders \u00fcben, was schlie\u00dflich dazu f\u00fchrte, da\u00df die Obeschenkel immer dicker wurden und sich die Beine letztlich nur noch schwer bewegen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Dann wurde zur Partner\u00fcbung \u00fcbergegangen, wobei Sensei Imura Wert auf besonders starke und effektive Techniken legte. Da die meisten zun\u00e4chst relativ zaghaft an die Ausf\u00fchrung der Techniken gingen, legte er uns nahe, besser gleich richtig zu trainieren, denn was solle schlie\u00dflich eine halbherzig ausgef\u00fchrte Technik schon bewirken&#8230;?<\/p>\n<p>Die Kata selbst vermittelte Sensei Imura in altbew\u00e4hrter Manier: Die gesamte Kata mehrfach laufen, immer wieder auf andere Schwerpunkte hinweisen und zwischendurch die eine oder andere Anwendung \u00fcben, bis alles klappt.<\/p>\n<p>Zum Abschlu\u00df gab uns Sensei Imura selbst noch eine Kostprobe seines K\u00f6nnens: Er f\u00fchrte uns die Kata Jitte vor, die wir noch vor kurzem von Sensei Ohta sahen. Aber welch ein Unterschied! Wer Sensei Ohta kennt, wei\u00df ob seiner hervorragenden Techniken, doch gegen Sensei Imura nahmen sich seine Techniken fast wie nichts aus. Sensei Imura ist eben nicht umsonst Weltmeister geworden.<\/p>\n<p>Ralph P. G\u00f6rlach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war mal wieder so weit. Berlin-Karow, der 14.02.98. Die 1. Instructorausbildung diesen Jahres. Die Halle war wirklich besetzt. Nachdem sich Sensei Imura seiner Gruppe kurz vorstellte bzw. Piere L. mit seinen Mittrainierenden ihn begr\u00fc\u00dften, ging es dann auch schon los. 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