{"id":174,"date":"1996-12-15T09:28:01","date_gmt":"1996-12-15T08:28:01","guid":{"rendered":"http:\/\/lubwart.de\/wordpress\/?p=174"},"modified":"2008-04-21T07:09:02","modified_gmt":"2008-04-21T06:09:02","slug":"advents-lehrgang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/advents-lehrgang\/","title":{"rendered":"Advents-Lehrgang"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" border=\"0\" vspace=\"10\" align=\"right\" width=\"100\" src=\"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-content\/gallery\/961208\/thumbs\/thumbs_961201_004.jpg\" hspace=\"10\" height=\"75\" \/>Sensei Namiki war uns aus Berichten von Teilnehmern am Sommertrainingslager in Ungarn als ein &#8222;harter&#8220; und &#8222;grausamer&#8220; Trainer bekannt, verlangte er doch den Trainierenden alles ab und wenn jemand seine Anforderungen nach starken Techniken nicht erf\u00fcllte, wurden alle mit Liegest\u00fctzen bestraft&#8230;<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDavon allerdings war bei diesem Wochenendlehrgang zum zweiten Advent nichts zu sp\u00fcren. Trotz alledem verlangte Sensei Namiki aber auch sehr viel. Obwohl Sensei Namiki au\u00dfer &#8222;Guten Morgen&#8220; und &#8222;Danke&#8220; kaum Deutsch sprechen kann, wurde er doch von allen Anwesenden auch ohne Hilfe eines Dolmetschers verstanden, da er seine Erkl\u00e4rungen durch so deutliche Demonstrationen untermalte, da\u00df man ihn letztlich wirklich ohne Worte verstehen konnte.<\/p>\n<p>Bei den Anf\u00e4ngern stand zun\u00e4chst intensives Grundschultraining auf dem Programm, wobei Sensei Namiki wie gewohnt gro\u00dfen Wert auf korrekten H\u00fcfteinsatz legte. Entsprechend viel das Training auch aus. Zun\u00e4chst einige lockere Armtechniken im Stand, dann im Vorgehen und schlie\u00dflich das ganze im Vorgehen. Soweit so gut&#8230; Kennt man ja. Aber dann, beginnt Sensei Namiki mit diversen Kombinationen, die zwar genau die gleichen Techniken beinhalten, aber die es dann doch in sich haben. Gar mancher mu\u00dfte immer wieder zum Nachbarn schauen, oder zum Abschlu\u00df die Endposition noch ein wenig korrigieren.<\/p>\n<p>Das darauf folgende Training der Fortgeschrittenen wurde dann noch eine Spur sch\u00e4rfer.<\/p>\n<p>Nichts mehr mit &#8222;gem\u00e4chlichen Einstimmen auf das Training&#8220;. Es ging gleich richtig zur Sache: Kamae und dann los 1. Handtechnik rauf die Halle, Wendung und mit einer Kombination zur\u00fcck. So ging es eine Zeitlang, bis s\u00e4mtliche gebr\u00e4uchlichen Handtechniken ausgesch\u00f6pft waren. Kurze Pause und schon ging es weiter: Fu\u00dftechniken. Fu\u00dftechniken hoch, dann in Kombination vorderer Fu\u00df \/ hinterer Fu\u00df zur\u00fcck &#8211; bis auch alle Fu\u00dftechniken dran waren.<\/p>\n<p>Jetzt wieder in Kamae und immer im Sprung Auslagenwechsel \u00fcben. Da dies Sensei Namiki zu langsam ging, kam er auf eine besondere Idee: Bitte mal alle in Kiba Dachi und aus Kiba Dachi heraus Sprungwechsel &#8211; und dabei schon die H\u00fcfte einsetzen. Als das dann einigerma\u00dfen klappte durften wir zur Erholung wieder aus Kamae heraus den Auslagenwechsel \u00fcben. Im Anschlu\u00df noch kurz ein paar Kombinationen. Danach hie\u00df es &#8222;Partnerweise zusammen!&#8220; und das Training wurde mit eben diesen Kombinationen fortgesetzt. Als diese Trainingseinheit vor\u00fcber war, konnte man wirklich froh sein.<\/p>\n<p>Zum Mittag begaben wir uns in ein gegen\u00fcberliegendes Chinesisches Restaurant, bevor wir wieder zur\u00fcck in die Halle gehen mu\u00dften &#8211; zum n\u00e4chsten Training.<\/p>\n<p>Bei den Anf\u00e4ngern ging es jetzt am Nachmittag etwas ruhiger zu. Diverse Fu\u00dftechniken, Partner\u00fcbungen und zum Abschlu\u00df noch ein paar Kata (Heian 1 bis 3). Anders aber bei den Fortgeschrittenen. Hier setzte Sensei Namiki das Training dort fort, wo es fr\u00fch aufgeh\u00f6rt hatte: Mit Kumite. Sch\u00f6n stark angreifen! Jede Technik mit Kiai. Zun\u00e4chst wurden die Techniken nur mit Wechsel der Partner unter den jeweiligen Graduierungen ge\u00fcbt, bevor im Anschlu\u00df dann alle Graduierungen wechselten. Darauf hie\u00df es zu dritt zusammen! Jetzt wurde Sen no Sen und Go no Sen (Initiative im Angriff und Initiative in der Verteidigung) ge\u00fcbt. Das bedeutete: der in der Mitte stehende greift die beiden au\u00dfen stehenden Partner an bzw. verteidigt sich gegen deren Angriffe. Bitte glaubt nicht, da\u00df dies so einfach abgetan war! Keinesfalls! Zun\u00e4chst wurde Jodan ge\u00fcbt, dann Chudan, Mae Geri, Yoko Geri und Mawashi Geri. Ich hatte schon arge Probleme mich auf den Beinen zu halten und setzte mich ab. Sensei Namiki, der dies bemerkte, kam herbei, deutete mir mit dem Finger ich m\u00f6ge aufstehen und weiter\u00fcben, was ich dann auch tat &#8211; was blieb mir auch anderes \u00fcbrig? Als dieses Training vor\u00fcber war, waren alle wirklich froh, denn hier hatte man erst einmal bemerkt, wie lang eine Stunde Training eigentlich werden konnte. Wie gew\u00f6hnlich klatschten alle nach dem Training zu Ehren Sensei Namiki&#8217;s und um ihn den Dank f\u00fcr das Training auszudr\u00fccken, aber Sensei Namiki klatschte seinerseits, den Anwesenden damit andeutend, da\u00df eigentlich sie es seien, die Lob und Anerkennung verdient h\u00e4tten, da sie dieses Training durchgehalten hatten.<\/p>\n<p>Am Sonntag \u00fcbernahm Sensei gleich selbst die Erw\u00e4rmung bei den Anf\u00e4ngern und dies tat er richtig. Zuerst durften sie einige Runden um die Halle drehen, bevor es dann an die Dehn\u00fcbungen ging, die Sensei Namiki mit Leichtigkeit ausf\u00fchrte, w\u00e4hrend andere schon dann in Kombination vorderer Fu\u00df \/ hinterer Fu\u00df zur\u00fcck &#8211; bis auch alle Fu\u00dftechniken dran waren.<\/p>\n<p>Jetzt wieder in Kamae und immer im Sprung Auslagenwechsel \u00fcben. Da dies Sensei Namiki zu langsam ging, kam er auf eine besondere Idee: Bitte mal alle in Kiba Dachi und aus Kiba Dachi heraus Sprungwechsel &#8211; und dabei schon die H\u00fcfte einsetzen. Als das dann einigerma\u00dfen klappte durften wir zur Erholung wieder aus Kamae heraus den Auslagenwechsel \u00fcben. Im Anschlu\u00df noch kurz ein paar Kombinationen. Danach hie\u00df es &#8222;Partnerweise zusammen!&#8220; und das Training wurde mit eben diesen Kombinationen fortgesetzt. Als diese Trainingseinheit vor\u00fcber war, konnte man wirklich froh sein.<\/p>\n<p>Zum Mittag begaben wir uns in ein gegen\u00fcberliegendes Chinesisches Restaurant, bevor wir wieder zur\u00fcck in die Halle gehen mu\u00dften &#8211; zum n\u00e4chsten Training.<\/p>ngg_shortcode_0_placeholder<p>Bei den Anf\u00e4ngern ging es jetzt am Nachmittag etwas ruhiger zu. Diverse Fu\u00dftechniken, Partner\u00fcbungen und zum Abschlu\u00df noch ein paar Kata (Heian 1 bis 3). Anders aber bei den Fortgeschrittenen. Hier setzte Sensei Namiki das Training dort fort, wo es fr\u00fch aufgeh\u00f6rt hatte: Mit Kumite. Sch\u00f6n stark angreifen! Jede Technik mit Kiai. Zun\u00e4chst wurden die Techniken nur mit Wechsel der Partner unter den jeweiligen Graduierungen ge\u00fcbt, bevor im Anschlu\u00df dann alle Graduierungen wechselten. Darauf hie\u00df es zu dritt zusammen! Jetzt wurde Sen no Sen und Go no Sen (Initiative im Angriff und Initiative in der Verteidigung) ge\u00fcbt. Das bedeutete: der in der Mitte stehende greift die beiden au\u00dfen stehenden Partner an bzw. verteidigt sich gegen deren Angriffe. Bitte glaubt nicht, da\u00df dies so einfach abgetan war! Keinesfalls! Zun\u00e4chst wurde Jodan ge\u00fcbt, dann Chudan, Mae Geri, Yoko Geri und Mawashi Geri. Ich hatte schon arge Probleme mich auf den Beinen zu halten und setzte mich ab. Sensei Namiki, der dies bemerkte, kam herbei, deutete mir mit dem Finger ich m\u00f6ge aufstehen und weiter\u00fcben, was ich dann auch tat &#8211; was blieb mir auch anderes \u00fcbrig? Als dieses Training vor\u00fcber war, waren alle wirklich froh, denn hier hatte man erst einmal bemerkt, wie lang eine Stunde Training eigentlich werden konnte. Wie gew\u00f6hnlich klatschten alle nach dem Training zu Ehren Sensei Namiki&#8217;s und um ihn den Dank f\u00fcr das Training auszudr\u00fccken, aber Sensei Namiki klatschte seinerseits, den Anwesenden damit andeutend, da\u00df eigentlich sie es seien, die Lob und Anerkennung verdient h\u00e4tten, da sie dieses Training durchgehalten hatten.<\/p>\n<p>Am Sonntag \u00fcbernahm Sensei gleich selbst die Erw\u00e4rmung bei den Anf\u00e4ngern und dies tat er richtig. Zuerst durften sie einige Runden um die Halle drehen, bevor es dann an die Dehn\u00fcbungen ging, die Sensei Namiki mit Leichtigkeit ausf\u00fchrte, w\u00e4hrend andere schon m\u00e4chtige Probleme hatten. Danach gab es f\u00fcr die Anf\u00e4nger noch einmal ein &#8222;gemischtes Training&#8220;, welches aus Kumite und Kata bestand.<\/p>\n<p>Wie es der Zufall wollte, hatte auch Sensei Namiki an diesem Sonntag Geburtstag. Nat\u00fcrlich wurde ihm gratuliert und er erhielt auch einen gro\u00dfen Blumenstrau\u00df, f\u00fcr den er sich sogleich mit einem sch\u00f6nen anstrengendem Training bedankte. Wie schon tags zuvor wurde auch heute wieder Kumite ge\u00fcbt. Zun\u00e4chst mit verschiedenen Partnern, dann mit st\u00e4ndigem Partnerwechsel. Zum Abschlu\u00df durften die Karateka immer in Gruppen zu sechst Aufstellung nehmen, wobei einer vorn stand (mit dem R\u00fccken zur Bank, der sich die Wand anschlo\u00df) und die anderen hatten die Aufgabe, diesen einen anzugreifen, wobei der Verteidiger immer seitlich ausweichen mu\u00dfte. Sensei Namiki ordnete ausdr\u00fccklich an, da\u00df die Kontertechnik nur den Anzug ber\u00fchren sollte, also niemals den K\u00f6rper touchieren sollte, allein diese Aufgabe wurde von einigen wohl nicht so recht verstanden. W\u00e4hrend die Schwarzgurte vorbildlich \u00fcbten, mu\u00dften wohl die meisten Blau- und Braungurte sich selbst oder anderen etwas beweisen und versuchten den Konter auftreffen zu lassen. \u00c4hnliche Probleme bereitete auch die weitere Aufgabenstellung Sensei Namiki&#8217;s direkt ohne Finten anzugreifen. Viele hatten ihn da wohl falsch verstanden. Auch das seitliche Ausweichen gl\u00fcckte nicht jedem und so landete gar mancher hinter der Bank, d.h. er stolperte und st\u00fcrzte sodann.<\/p>\n<p>Als dieses Training vor\u00fcber war, bedankte sich der Cheftrainer des SRD Pierre Leiding bei Sensei Namiki und \u00e4u\u00dferte zugleich die Hoffnung, ihn auch im n\u00e4chsten Jahr wieder bei Lehrg\u00e4ngen dieser Art in Berlin begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Mir gegen\u00fcber \u00e4u\u00dferte Sensei Namiki am Ende des Trainings, da\u00df dieses Training eigentlich nichts f\u00fcr Blau- und Braungurte sei, da es eher dem Niveau des Shodan (1. Dan) entspr\u00e4che.<\/p>\n<p>Ich kann euch nur empfehlen, einmal ein Training bei Sensei Namiki zu besuchen. Es wird zwar mit Sicherheit sehr anstrengend sein, euch jedoch auch sehr viel geben k\u00f6nnen. Schaut einmal in die Lehrgangs\u00fcbersicht hinein und ihr werdet bestimmt einen euch genehmen Termin f\u00fcr einen Lehrgang mit diesem Meister finden.<\/p>\n<p>Ralph P. G\u00f6rlach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sensei Namiki war uns aus Berichten von Teilnehmern am Sommertrainingslager in Ungarn als ein &#8222;harter&#8220; und &#8222;grausamer&#8220; Trainer bekannt, verlangte er doch den Trainierenden alles ab und wenn jemand seine Anforderungen nach starken Techniken nicht erf\u00fcllte, wurden alle mit Liegest\u00fctzen bestraft&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[143],"tags":[],"class_list":["post-174","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/174"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=174"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/174\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=174"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=174"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=174"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}