{"id":1644,"date":"2008-03-06T09:42:45","date_gmt":"2008-03-06T08:42:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/?page_id=1644"},"modified":"2008-03-06T09:42:45","modified_gmt":"2008-03-06T08:42:45","slug":"matsumuras-kampf","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/weisheiten-2\/erzahlungen\/matsumuras-kampf\/","title":{"rendered":"Matsumura&#8217;s Kampf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unter den Lehrern Okinawas, bei denen ich von Zeit zu Zeit trainierte, war auch Meister Matsumura, von dem eine ber\u00fchmte Geschichte erz\u00e4hlt wird: wie er einen anderen<\/p>\n<p>Meister ohne einen einzigen Schlag besiegte. So ber\u00fchmt ist diese Geschichte. da\u00df sie bereits zur Legende wurde; nichtsdestoweniger sollte ich sie hier noch einmal erz\u00e4hlen, da sie ein einzigartiges Beispiel f\u00fcr den wahren Charakter des Karate ist.<\/strong><\/p>\n<p>Beginnen wir in dem recht bescheidenen Gesch\u00e4ft eines Mannes aus Naha, der sich seinen Lebensunterhalt durch das Eingravieren von Mustern in Gegenst\u00e4nde des t\u00e4glichen Gebrauchs verdiente. Obwohl er bereits seinen vierzigsten Geburtstag hinter sich hatte, war er immer noch in der Bl\u00fcte seiner Jahre: sein massiger Nacken glich dem eines Stieres. Unter den kurzen \u00c4rmeln seines Kimono schwollen seine Muskeln, seine Wangen waren voll, und sein Gesicht hatte die bronzene Farbe von Kupfer. Wohl war er ein bescheidener Mann, aber es war klar, da\u00df mit ihm gerechnet werden mu\u00dfte.<\/p>\n<p>In seinen Laden kam eines Tages ein Mann von ganz anderer Art, dem man aber ebenfalls seinen Kampfgeist ansehen konnte. Er war j\u00fcnger als der Graveur, etwa in den sp\u00e4ten Zwanzigern, keinesfalls aber \u00e4lter als drei\u00dfig, und sein \u00c4u\u00dferes war, obgleich ihm die Massigkeit des Graveurs fehlte, nicht weniger beeindruckend. er war gro\u00df, mindestens ein Meter achtzig, aber das Auffallendste an ihm waren seine Augen: sie waren so scharf und durchdringend wie die eines Adlers. Trotzdem war er, als er den Arbeitsraum des Graveurs betrat, bleich und niedergeschlagen.<\/p>\n<p>Seine Stimme war ged\u00e4mpft, als er dem Graveur sagte, er wolle ein Muster in den Messingkopf seiner langstieligen Pfeife graviert haben.<\/p>\n<p>Als er die Pfeife entgegennahm, sagte der Graveur mit sehr freundlichen Worten, da er eindeutig einer sozial niedrigeren Klasse als der Besucher angeh\u00f6rte: &#8222;Entschuldigen<\/p>\n<p>Sie Herr, aber sind Sie nicht Matsumura, der Karatelehrer?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ja&#8220;, kam die lakonische Antwort. &#8222;Weshalb?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ah, ich wu\u00dfte, ich irre mich nicht! Seit langer Zeit schon hoffe ich, bei Ihnen Karate lernen zu d\u00fcrfen.&#8220;<\/p>\n<p>Aber die Antwort des j\u00fcngeren Mannes war schroff. &#8222;Tut mir leid&#8220;, sagte er, &#8222;ich unterrichte nicht mehr.&#8220;<\/p>\n<p>Der Graveur fuhr jedoch fort: &#8222;Sie unterrichten den Chef des Clans pers\u00f6nlich, nicht wahr?&#8220; fragte er. &#8222;Jedermann sagt, da\u00df Sie der beste Karateausbilder des Landes sind.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich habe ihn tats\u00e4chlich unterrichtet&#8220;, antwortete der junge Mann bitter, &#8222;aber es ist nicht meine Gewohnheit, andere zu unterrichten. Und Tatsache ist, da\u00df ich auch den Chef des Clans nicht mehr unterrichte. Um Ihnen die Wahrheit zu sagen&#8220;, brach er los &#8222;,h\u00e4ngt mir Karate zum Halse heraus! &#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wie ungew\u00f6hnlich, so etwas zu sagen!&#8220; rief der Graveur. &#8222;Wie kann ein Mann von Ihrem Format Karate satt haben? W\u00fcrden Sie so freundlich sein und mir sagen, warum?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ist mir doch egal&#8220;, murrte der junge Mann, &#8222;ob ich den Chef des Clans unterrichte oder nicht. In Wahrheit verlor ich meinen Posten, weil ich ihn im Karate unterrichtete.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich verstehe nicht&#8220;. sagte der Graveur &#8222;Jeder wei\u00df, da\u00df Sie der beste lebende Ausbilder sind, und wenn Sie ihn nicht unterrichten, wer dann? Sicher kann niemand Ihren Platz einnehmen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;In der Tat&#8220;, antwortete Matsumura, &#8222;war es meinem Ruf zu verdanken, da\u00df ich den Posten als Ausbilder des Clan-Oberhauptes erhielt. Aber er war ein uninteressierter Sch\u00fcler. Er weigerte sich, seine Techniken zu verfeinern, die trotz meiner Anstrengungen ungeschliffen blieben. Oh, ich h\u00e4tte ihn leicht gewinnen lassen k\u00f6nnen, wenn ich das gewollt h\u00e4tte, aber das h\u00e4tte ihm kaum Nutzen gebracht. Stattdessen zeigte ich einige seiner Schw\u00e4chen auf und forderte ihn heraus, mich mit all seiner Kraft anzugreifen. Er griff sofort mit einem zweifachen Fu\u00dfsto\u00df (NIDAN-GERI) an. Er war recht geschickt, aber ich brauche Euch gegen\u00fcber wohl kaum zu betonen, da\u00df nur ein Neuling mit einem doppelten Fu\u00dfsto\u00df beginnt, wenn er sich einem Gegner gegen\u00fcbersieht, von dem er wei\u00df, da\u00df dieser weitaus besser ist. Ich beschlo\u00df, diesen Fehler zu n\u00fctzen und ihm eine l\u00e4ngst f\u00e4llige Lektion zu erteilen. Wie Sie sicher wissen, ist ein Kampf im Karate eine Frage von Leben und Tod, und ein entscheidender Fehler ist nicht wiedergutzumachen. Er ist unm\u00f6glich wieder auszub\u00fcgeln. Sie wissen dies alles selbst. Aber offensichtlich wu\u00dfte er es nicht, und um ihm die Wirklichkeit zu zeigen, blockierte ich seinen Angriff mit meiner Schwerthand und warf ihn um. Aber noch bevor er den Boden ber\u00fchrte, warf ich mich mit meinem K\u00f6rper gegen den seinen. Er landete schlie\u00dflich in einem mindestens sechs Meter entfernten Haufen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;War er schwer verletzt?&#8220; fragte der Graveur.<\/p>\n<p>&#8222;Seine Schulter, seine Hand, sein Bein, wo meine Schwerthand getroffen hatte, liefen gr\u00fcn und blau an.&#8220;<\/p>\n<p>Der junge Mann schwieg f\u00fcr einen Moment. Dann fuhr er fort: &#8222;Lange Zeit konnte er nicht einmal vom Boden aufstehen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wie furchtbar!&#8220; rief der Graveur. &#8222;Selbstverst\u00e4ndlich wurden Sie ger\u00fcgt?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Selbstverst\u00e4ndlich. Mir wurde befohlen, sofort zu gehen und nicht wiederzukommen, bevor ich nicht weitere Nachricht erhielte.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;So ist das also&#8220;, sagte der Graveur nachdenklich. &#8222;Aber sicher wird er Euch verzeihen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich glaube kaum. Obwohl sich der Vorfall vor mehr als hundert Tagen ereignete, habe ich nichts mehr von ihm geh\u00f6rt. Man erz\u00e4hlt mir, da\u00df er immer noch sehr w\u00fctend auf mich ist und sagt, ich w\u00e4re viel zu arrogant. Nein, ich bezweifle, da\u00df er mir verzeihen wird. Ah&#8220;, murmelte der Meister, &#8222;wenn ich es doch von Anfang an unterlassen h\u00e4tte, dem Clan-Oberhaupt Karate beizubringen. Wahrscheinlich ginge es mir selbst besser, wenn ich nie Karate gelernt h\u00e4tte!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Unsinn!&#8220; sagte der Graveur. &#8222;Im Leben jedes Mannes gibt es H\u00f6hen und Tiefen. Aber,&#8220; f\u00fcgte er hinzu,&#8220; da Sie ihn nicht mehr unterrichten, warum unterrichten Sie nicht mich?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Nein&#8220;, sagte Matsumura schroff, &#8222;ich unterrichte nicht mehr. Au\u00dferdem, warum sollte jemand mit Ihrem Ruf als Experte bei mir Unterricht nehmen wollen?&#8220;<\/p>\n<p>Matsumura sagte nur die Wahrheit; das Ansehen des Graveurs war sowohl in Naha als auch in Shuri gro\u00df.<\/p>\n<p>&#8222;Vielleicht ist dies kein ausreichender Grund,&#8220; sagte der Graveur, &#8222;aber ich bin neugierig zu sehen, wie Ihr Karate unterrichtet.&#8220;<\/p>\n<p>War da ein Unterton in der Stimme des Graveurs, der den j\u00fcngeren Mann \u00e4rgerte? War es die Annahme, da\u00df der Lehrer des Clan-Oberhauptes vielleicht der Lehrer des Graveurs werden k\u00f6nnte? Wie alle jungen M\u00e4nner schnell bereit, etwas \u00fcbel zu nehmen, rief Matsumura \u00e4rgerlich: &#8222;Wie dickk\u00f6pfig Ihr seid! Wie oft mu\u00df ich Euch noch sagen &#8211; Ich<\/p>\n<p>will kein Karate mehr unterrichten!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Dann&#8220;, sagte der Graveur mit etwas unfreundlicherem Ton als am Anfang,&#8220; wenn Ihr Euch weigert, mich zu unterrichten, weigert Ihr Euch auch, mir einen Kampf zu gew\u00e4hren?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Was soll das?&#8220; fragte Matsumura ungl\u00e4ubig. &#8222;Ihr wollt einen Kampf mit mir? Mit MIR?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Genau! Und warum nicht? In einem Kampf gibt es keine Klassenunterschiede. Da Ihr au\u00dferdem nicht mehr den Chef des Clans unterrichtet, braucht Ihr auch seine Zustimmung zu einem Kampf mit mir nicht mehr. Und ich kann Euch versichern, ich werde vorsichtiger mit mit meinen Armen und Beinen sein, als er es war.&#8220;<\/p>\n<p>In diesem Augenblick konnten die Worte des Graveurs, ebenso wie sein Ton, nur als anma\u00dfend bezeichnet werden.<\/p>\n<p>&#8222;Ich wei\u00df,&#8220; sagte Matsumura, &#8222;obgleich ich nicht wei\u00df, wie gut. Aber glaubt Ihr nicht, Ihr seid zu weit gegangen? Es ginge nicht darum, verletzt zu werden oder nicht, es ginge auf Leben und Tod. Seid Ihr bereit zu sterben?&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich bin gerne bereit zu sterben&#8220;, antwortete der Graveur.<\/p>\n<p>&#8222;Dann erweise ich Euch gerne den Gefallen&#8220;, erwiderte Matsumura. &#8222;Nat\u00fcrlich kann niemand die Zukunft voraussagen, aber es gibt ein altes Sprichwort: &#8218;Wenn zwei Tiger k\u00e4mpfen, so wird der eine verletzt und der andere get\u00f6tet werden.&#8216; Also werdet Ihr, egal ob Ihr verliert oder gewinnt, nicht unverletzt davonkommen. Zeit und Ort f\u00fcr unser Treffen&#8220;, schlo\u00df Matsumura, &#8222;\u00fcberlasse ich Euch.&#8220;<\/p>\n<p>Der Graveur schlug f\u00fcnf Uhr des kommenden Morgens vor, und Matsumura stimmte zu. Als Platz einigten sie sich auf den Friedhof des Kinbu-Palastes hinter dem Tama-Palast.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um f\u00fcnf Uhr standen sich die zwei M\u00e4nner in einer Entfernung von nur zw\u00f6lf Metern gegen\u00fcber. Der Graveur machte die erste Bewegung und verk\u00fcrzte die Entfernung auf die H\u00e4lfte. Dort nahm er mit der rechten Faust an der rechten H\u00fcfte eine GEDAN-Position ein. Matsumura erhob sich von dem Felsen, auf dem er gesessen hatte, und stellte sich seinem Gegner in einer nat\u00fcrlichen Stellung (SHIZEN-TAI) gegen\u00fcber; sein Kinn ruhte auf seiner linken Schulter.<\/p>\n<p>Von der Stellung seines Kontrahenten verbl\u00fcfft, fragte sich der Graveur, ob der Mann den Verstand verloren habe. Es war eine Kampfstellung, die anscheinend keine Verteidigungsm\u00f6glichkeit bot, und der Graveur bereitete sich auf seinen Angriff vor. Genau in diesem Moment \u00f6ffnete Matsumura seine Augen weit und blickte tief in die des anderen.<\/p>\n<p>Von einer Kraft, einem Blitzschlag vergleichbar, zur\u00fcckgeworfen, taumelte der Graveur zur\u00fcck. Matsumura hatte nicht einen Muskel bewegt; er stand da wie zuvor, anscheinend wehrlos.<\/p>\n<p>Schwei\u00df bedeckte die Brauen des Graveurs, und seine Achselh\u00f6hlen waren schon feucht; er f\u00fchlte sein Herz ungew\u00f6hnlich schnell schlagen. Er setzte sich auf einen nahen Felsen. Matsumura tat das gleiche.<\/p>\n<p>&#8222;Was ist geschehen?&#8220; murmelte der Graveur zu sich selbst. &#8222;Warum all dieser Schwei\u00df? Warum schl\u00e4gt mein Herz so wild? Wir haben noch keinen einzigen Schlag ausgetauscht!&#8220;<\/p>\n<p>Dann h\u00f6rte er Matsumuras Ruf: &#8222;He! Mach weiter! Die Sonne geht auf. La\u00df uns weitermachen!&#8220;<\/p>\n<p>Die beiden M\u00e4nner erhoben sich, und Matsumura nahm wieder die selbe nat\u00fcrliche Position wie vorher ein. Der Graveur war entschlossen, den Angriff diesmal zu Ende zu f\u00fchren und bewegte sich auf den Gegner zu &#8211; von zw\u00f6lf Metern auf zehn, dann auf acht &#8230; sechs &#8230;vier Meter. Und da stoppte er, unf\u00e4hig, weiter vorzugehen, bewegungslos gemacht durch die unheimliche Kraft, die aus Matsumuras Augen kam. Seine eigenen Augen verloren ihren Glanz, und er stand da wie in Trance versetzt durch die Ausstrahlung von Matsumuras Augen. Gleichzeitig war er unf\u00e4hig, seinen Blick von dem seines Gegners loszurei\u00dfen; er sp\u00fcrte innerlich, da\u00df, wenn er es t\u00e4te, etwas Furchtbares passieren w\u00fcrde. Wie konnte er sich aus dieser Lage befreien? Pl\u00f6tzlich stie\u00df er einen lauten Schrei aus, einen KIAI, der wie &#8222;Yach!&#8220; klang, \u00fcber den Friedhof schallte und von den umliegenden H\u00fcgeln zur\u00fcckgeworfen wurde.<\/p>\n<p>Aber Matsumura stand immer noch bewegungslos. Bei diesem Anblick sprang der Graveur \u00fcberrascht und erschrocken zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Meister Matsumura l\u00e4chelte. &#8222;Was ist los?&#8220; rief er. &#8222;Warum greifst Du nicht an? Du kannst einen Kampf nicht durch Schreie allein gewinnen!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich verstehe es nicht&#8220;, antwortete der Graveur. &#8222;Ich habe noch nie einen Kampf verloren. Und nun&#8230;&#8220; Nach einem Moment des Schweigens hob er sein Gesicht und meinte leise zu Matsumura: &#8222;Ja la\u00df uns weitermachen! Das Ergebnis des Kampfes steht zwar bereits fest, ich wei\u00df es, aber beenden wir ihn. Wenn wir es nicht tun, verliere ich mein Gesicht &#8211; so sterbe ich lieber. Ich warne Dich, ich werde in SUTEMI angreifen (das hei\u00dft, er w\u00fcrde bis zum Tode k\u00e4mpfen).&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Gut&#8220;, rief Matsumura zur\u00fcck. &#8222;Dann los!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Dann vergebt mir, wenn Ihr wollt&#8220;, sagte der Graveur, als er angriff, aber im selben Moment l\u00f6ste sich aus Matsumuras Kehle ein lauter Schrei, der wie Donner in den Ohren des Graveurs Graveurs klang. Wie zuvor der Blitz aus Matsumuras Augen, so nagelte ihn nun der Donner von Matsumuras Stimme fest. Dem Graveur wurde klar, da\u00df er sich nicht bewegen konnte. Bevor er wehrlos zu Boden fiel, machte er noch einen letzten schwachen Versuch anzugreifen. Ein St\u00fcck weiter wurde Matsumuras Kopf von der aufgehenden Sonne vergoldet: er erschien dem besiegten Graveur wie einer der Gottk\u00f6nige der Sage, die D\u00e4monen und Drachen t\u00f6teten.<\/p>\n<p>&#8222;Ich gebe auf!&#8220; schrie der arme Graveur. &#8222;Ich gebe auf!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Was!&#8220; rief Matsumura. &#8222;So redet doch kein Experte!&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ich war verr\u00fcckt, Euch herauszufordern&#8220; sagte der Graveur, w\u00e4hrend er sich erhob. &#8222;Das Ergebnis war von Anfang an klar. Ich bin zutiefst besch\u00e4mt. Es gibt keinen Vergleich zwischen meinem K\u00f6nnen und Eurem.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Das ist nicht richtig&#8220;, antwortete Matsumura freundlich. &#8222;Euer Kampfgeist ist vorbildlich, und ich glaube, Ihr besitzt gro\u00dfes K\u00f6nnen. H\u00e4tten wir wirklich gek\u00e4mpft, so h\u00e4tte ich genausogut besiegt werden k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Ihr schmeichelt mir&#8220;, sagte der Graveur. &#8222;Tatsache ist, da\u00df ich total hilflos war, wenn ich Euch ansah. Ich war so erschreckt durch Eure Augen, da\u00df ich jeden Kampfgeist verlor, den ich besa\u00df.&#8220;<\/p>\n<p>Matsumuras Stimme wurde sanft. &#8222;Vielleicht&#8220;, sagte er. &#8222;Aber so viel wei\u00df ich: Ihr wart entschlossen zu gewinnen, und ich war genauso entschlossen zu sterben, falls ich verlieren sollte. Das war der Unterschied zwischen uns. &#8222;H\u00f6rt&#8220;, fuhr er fort,&#8220; als ich gestern in Euren Laden kam, war ich sehr ungl\u00fccklich, von dem Chef des Clans verwiesen worden zu sein. Nach Eurer Herausforderung war auch ich \u00e4ngstlich; als wir uns jedoch zu dem Kampf entschlossen, verschwanden pl\u00f6tzlich alle meine Sorgen. Ich erkannte, da\u00df ich von Kleinigkeiten besessen war &#8211; dem Verbessern der Technik, der Kunst des Unterrichtens, wie ich dem Chef des Clans schmeicheln sollte. Ich war zu sehr mit dem Problem besch\u00e4ftigt, wie ich meine Stellung halten k\u00f6nnte&#8230; Heute bin ich ein weiserer Mann als gestern. Ich bin ein menschliches Wesen und somit verwundbar. Man kann nicht perfekt sein. Nach dem Tod wird man wieder zu den Elementen &#8211; zu Erde, zu Wasser, zu Feuer, zu Wind, zu Luft. Materie ist Leerheit. Alles ist verg\u00e4nglich. Wir sind wie Grashalme oder B\u00e4ume im Wald, Lebewesen des Universums, vom Geist des Weltalls, und der Geist des Weltalls kennt weder Leben noch Tod. Stolz ist das einzige Hindernis f\u00fcr das Leben.&#8220;<\/p>\n<p>Nachdem er dies gesagt hatte, schwieg er. Der Graveur schwieg ebenfalls und dachte \u00fcber die unsch\u00e4tzbare Lektion nach. die ihm erteilt worden war. Wann immer er in sp\u00e4teren Jahren mit seinen Freunden \u00fcber dieses Geschehen sprach. verga\u00df er nie seinen ehemaligen Gegner als einen Mann wahrer Gr\u00f6\u00dfe zu schildern.<\/p>\n<p>Was Matsumura betrifft, so wurde er kurz darauf wieder in seine Position als pers\u00f6nlicher Ausbilder des Clan-Oberhauptes eingesetzt.<\/p>\n<p><em>Aus:<a HREF=\"http:\/\/www.budo-shop.net\/_cgi-bin\/shop\/shop.pl?f=NR&amp;c=2080707&amp;t=ddetail&amp;pid=blbl\"> Karate-do Nyumon<\/a> von Funakoshi Gichin<br \/>\nDieses Buch kann bei <a HREF=\"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/lubwart.de\/weisheiten\/erzaehlungen\/index.php\">Budoshop-Online<\/a> bestellt werden. <a HREF=\"http:\/\/www.budo-shop.net\/_cgi-bin\/shop\/shop.pl?f=NR&amp;c=2080707&amp;t=ddetail&amp;pid=blbl\">Einfach hier klicken.<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter den Lehrern Okinawas, bei denen ich von Zeit zu Zeit trainierte, war auch Meister Matsumura, von dem eine ber\u00fchmte Geschichte erz\u00e4hlt wird: wie er einen anderen Meister ohne einen einzigen Schlag besiegte. 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