{"id":1164,"date":"2008-02-26T10:51:37","date_gmt":"2008-02-26T09:51:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/?page_id=1164"},"modified":"2008-02-26T10:51:37","modified_gmt":"2008-02-26T09:51:37","slug":"seit-10-jahren-dabei","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/karate-and-more\/hintergrunde\/verschiedenes\/seit-10-jahren-dabei\/","title":{"rendered":"Seit 10 Jahren dabei"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Juli 2002 bin ich schon 10 Jahre in unserem Verein.<\/strong><br \/>\nDas muss man sich mal vorstellen, mit 11 Jahren habe ich mit Karate begonnen. Damals war ich noch ein kleiner unscheinbarer Stift, der eigentlich nur lernen wollte sich selbst zu verteidigen, um sich in der Schule zur Wehr setzten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Seiza<\/strong><\/p>\n<p>Da stand ich nun, ahnungslos, dumm, in meiner 1. Trainingseinheit, am Dienstag, in der Stadtturnhalle in Bad Liebenwerda, in meinem blauen Jogginganzug nichts ahnend. Dann ging es los. Es war schon etwas komisch am Anfang: Man muss sich auf irgendwelchen in japanisch lautenden Anordnungen auf die Knie hinsetzen, die Augen f\u00fcr ca. 10 sec schlie\u00dfen, sp\u00e4ter wieder aufstehen und sich andauernd vor dem Trainer da vorne verbeugen. Zugegeben, man kam sich damals schon etwas l\u00e4cherlich vor, aber weil das einfach jeder tat und einem nichts anderes \u00fcbrig blieb gew\u00f6hnte man sich sehr schnell daran und man lebte sich sehr schnell ein.<\/p>\n<p><strong>Erw\u00e4rmung<\/strong><\/p>\n<p>Nach dieser Zeremonie zu Beginn des Trainings ging es dann auch schon los. Ohne viele Worte die Erw\u00e4rmung zun\u00e4chst: um die 20 Liegest\u00fctze, Hockstreckspr\u00fcnge, Rumpfbeugen, Klappmesser, im Kreis rennen. Dann noch etwas Dehnung als Sahneh\u00e4ubchen; man war warm, hat geschwitzt und dann ging es richtig los mit dem Training. Eigentlich war ich nach dieser Erw\u00e4rmung damals schon fix und alle, doch was blieb mir anderes \u00fcbrig als der Hierarchie des Trainers zu gehorchen und mit dem Training fortzufahren.<\/p>\n<p><strong>Die erste Karate-Technik<\/strong><\/p>\n<p>Die eine Faust geht vor, w\u00e4hrend die andere gleichzeitig zur\u00fcck an die H\u00fcfte geht und das mit Drehung. Da war man erst mal satt, kannte man doch vorher nur die besagte Karate-Filme mit Bruce Lee oder Jean-Claude van Damme, wo man wild umhersprang, sich geschwind drehte, Fu\u00dftritte nur jodan trat oder schneidich aussehende Handkanntentechniken machte und sich auf brutale Art dabei zusammenschlug. Sehr schnell wurde man auf den Boden der Tatsache des traditionellen Shotokan-Karate zur\u00fcckgerissen. Schlimm war das jedoch nicht. Spa\u00df bereitete das Training trotzdem und wozu aufh\u00f6ren? Man lernte in der ersten Zeit viele neue Techniken und alles war total interessant.<\/p>\n<p><strong>Anstrengendes, Schwei\u00df treibendes Training<\/strong><\/p>\n<p>Da stand man nun in Senkutzu-Dachi-Oi-Zuki-Shudan. Der Schweiss ran einem \u00fcber die Stirn, man hatte keine Zeit zum abwischen des Schwei\u00dfes, die Oberschenkel schmerzten und die Arme fingen langsam an zu zittern. Dann stellte sich der Trainer da vorne hin und verlangte noch tiefer zu stehen. Logisch, ohne tiefem Stand, kein fester Stand. Fazit: Noch tiefer stehen als vorher &#8211; das bedeutete Oberschenkel parallel zum Boden (das war das mindeste!).<\/p>\n<p>Das ging ca. 4 Monate so und langsam wurde es langweilig. St\u00e4ndig mu\u00dfte man die selben Techniken ausf\u00fchren &#8211; in einer Endlosschleife. Oi-Zuki bis zum Abwinken &#8211; Bahn hoch &#8211; Bahn runter. Es schien zun\u00e4chst zu einfach und monoton zu sein. Bis der Trainer kam und dich erst mal auf die ganzen Feinheiten hinwies (Kime, Latissimus anspannen und Schultern runter dr\u00fccken, H\u00fcfte, Becken ankippten, K\u00f6rperhaltung gerade, Blick nach vorn&#8230;). Pl\u00f6tzlich war eine einfach Bewegung wie Oi-Zuki total kompliziert und man wu\u00dfte gar nicht mehr so recht auf was man sich zu erst konzentrieren sollte. Noch schlimmer: Man bekam gesagt, auf alles auf einmal zu achten, sonst Technik schlecht. Toll, man war total \u00fcberfordert und der Schwei\u00df flo\u00df unaufh\u00f6rlich. Trotzdem steckte man sein ganzes Bem\u00fchen hinein die Technik so perfekt wie m\u00f6glich zu machen und dem Trainer da vorn nicht nur Stre\u00df zu bereiten. Weil wenn ich was mache, dann mach\u2019 ich es richtig. Dann kam mal ein Trainer zu mir &#8211; ich stand als vorletzter in der Doppelreihe, weil ich so verdammt klein war &#8211; und er meinte, dass meine Technik schon recht gut aussieht. Das war sch\u00f6n zu h\u00f6ren, man f\u00fchlte sich sofort best\u00e4tigt und machte noch intensiver weiter sowie man sich noch mehr bem\u00fchte. Nach einem halben Jahr hie\u00df es dann, dass in L\u00fcbbenau ein Karate-Lehrgang stattfinden sollte und man sprach mich an, dass ich meine Weissgurt-Pr\u00fcfung dort machen sollte. Ich hin zu Mutti\u2019n, um sie um ihr OK zu erbitten und los ging es. Gott war man aufgeregt, die erste Pr\u00fcfung. Was passiert da? &#8211; bestehe ich? &#8211; Was ist wenn ich scheitere?<\/p>\n<p><strong>Pr\u00fcfungsstress<\/strong><\/p>\n<p>Man hat sich hingestellt und auf Teufel komm raus sein bestes gegeben. Man sagt, dass die Sch\u00fcler nur so gut sind wie die Trainer. Also hat man wirklich sein bestes gegeben, denn der Trainer selbst stand bei der Pr\u00fcfung daneben und sah zu.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfung bestanden &#8211; blo\u00df gut. Es viel einem ein Stein vom Herzen. Kann mir vorstellen, dass man sich als Trainer freut wenn seine Sch\u00fcler Pr\u00fcfungen erfolgreich absolvieren&#8230;<\/p>\n<p><strong>Endlich Farbgurt<\/strong><\/p>\n<p>Irgendwann hat man sich tierisch gefreut, wenn man endlich einen farbigen G\u00fcrtel umbinden durfte. Selbst als Gelbgurt war man tierisch stolz auf seine Farbe, wollte aber alles daran setzten den schwarzen G\u00fcrtel zu erreichen.<\/p>\n<p>Toll, man bekam dann mit, dass man daf\u00fcr schon \u00fcber 10 Jahre trainieren muss. Was ist in 10 Jahren? Werde ich dann noch Karate trainieren k\u00f6nnen?<br \/>\nEs war egal, man trainierte trotzdem weiter.<br \/>\nWer wei\u00df schon was da kommen mag?<\/p>\n<p><strong>Ein Kommen und Gehen<\/strong><\/p>\n<p>Man trainierte Jahr f\u00fcr Jahr. Sehr viele kamen und gingen. Nur wenige blieben bis heute. Wenige hatten die Grundvoraussetzung Geduld wirklich verstanden.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich kann man nichts von heute auf morgen lernen und begreifen. Daf\u00fcr braucht man viel Zeit und viel Praxis. Gehe also mindestens 2x\/Woche zum Training und das regelm\u00e4\u00dfig dann wird dir geholfen dem schwarzen G\u00fcrtel ein Schritt n\u00e4her zu kommen und versuche so oft wie m\u00f6glich einen Lehrgang zu besuchen. Was auch noch wichtig ist: die innere Einstellung zum Training und der Wille viel beim Training zu lernen. Auf keinen Fall darf man zum Training kommen, in dem Willen sich freizeittechnisch einfach nur berieseln zu lassen. Dann wird man nicht weit kommen. Was z\u00e4hlt und wer z\u00e4hlt bist du selbst, damit steht und f\u00e4llt alles, ob du l\u00e4nger dabei bleibst oder aus diversen Gr\u00fcnden aufgibst weiter Karate zu machen.<\/p>\n<p>Ich f\u00fcr meinen Teil denke mir, wenn ich schon seit 10 Jahren dabei bin, warum sollte ich jetzt aufh\u00f6ren, dann w\u00e4ren die 10 Jahre doch voll f\u00fcr den Arsch gewesen &#8211; die ganze Zeit und das ganze Geld was flo\u00df.<\/p>\n<p>Also mache ich weiter und es wird komischer Weise nie langweilig. Klar, in dem Wissen, dass es keine perfekte Technik gibt \u00fcbst, trainierst und strebst du vollem Engagements weiter, dass es gar nicht langweilig werden kann und Karate immer noch Spa\u00df macht und weiterhin Spa\u00df machen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Juli 2002 bin ich schon 10 Jahre in unserem Verein. Das muss man sich mal vorstellen, mit 11 Jahren habe ich mit Karate begonnen. 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