{"id":1162,"date":"2008-02-26T10:48:55","date_gmt":"2008-02-26T09:48:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/?page_id=1162"},"modified":"2008-02-26T10:48:55","modified_gmt":"2008-02-26T09:48:55","slug":"karate","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/karate-and-more\/hintergrunde\/verschiedenes\/karate\/","title":{"rendered":"Karate"},"content":{"rendered":"<p>Karate soll in erster Linie f\u00fcr den Menschen sein. Damit will ich folgendes zum Ausdruck bringen: Durch das Training k\u00f6nnen Menschen aller Altersgruppen ihre koordinativen F\u00e4higkeiten schulen, weiterentwickeln oder aber erhalten. Ferner wird das Muskelsystem ausgebildet, was auf lange Sicht gesehen zum einen der K\u00f6rperkraft dienlich ist und damit nat\u00fcrlich auch die allgemeine Gesundheit f\u00f6rdert. Doch nicht genug damit &#8211; durch das Training kann eine gesunde K\u00f6rperhaltung erlernt werden, was dem Trainierenden vor allem nat\u00fcrlich in sp\u00e4teren Lebensjahren zugute kommen wird. Aber auch dies ist deckt noch l\u00e4ngst nicht das gesamte Spektrum der Vorteile des Karate ab. Man lernt n\u00e4mlich sozusagen &#8222;nebenbei&#8220; sich selbst gegen Angriffe (verbale als auch t\u00e4tliche) zur Wehr zu setzen und gewinnt Selbstvertrauen.<\/p>\n<p>Der allerwichtigste Aspekt des Karate liegt jedoch keinesfalls in einem der vorgenannten Punkte. Vielmehr ist das traditionelle Karate, so wie auch wir es betreiben, insgesamt darauf ausgerichtet, den Menschen als ganzes weiterzuentwickeln. So soll der Karateka (jap. = Karate-Mann\/Frau; Trainierender im Karate) neben den Techniken vor allem auch sein gesamtes Verhalten weiterentwickeln, bewu\u00dfter leben, anderen helfen &#8211; kurz ein besserer Mensch werden, ein Beispiel f\u00fcr andere bilden.<\/p>\n<p>Deshalb werden wir in unserem Verein auch niemals Schl\u00e4ger dulden &#8211; ganz abgesehen davon, da\u00df Leute die mit derartigen Absichten im Hinterkopf zum Training kommen dort sowieso keine Chance haben, da ihnen alles mit Sicherheit viel zu lange dauern wird.<\/p>\n<p>Im normalen Karate-Training lernt man in erster Linie, seine H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe effektiv einzusetzen, um sich auch gegen einen k\u00f6rperlich \u00fcberlegeneren Gegner zur Wehr setzen zu k\u00f6nnen. Wichtig ist der an sich defensive Charakter des Karate, der auch durch die Bezeichnung selbst zum Ausdruck gebracht wird. Karate ist japanisch und bedeutet soviel wie &#8222;leere Hand&#8220; &#8211; also waffenloses K\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Die Kampfkunst Karate kann auf eine sehr lange Tradition zur\u00fcckblicken. Sie wurde insbesondere von den Bauern auf der Japan vorgelagerten Insel Okinawa praktiziert, weil den dort lebenden Bauern das Tragen von Waffen durch die japanischen Besatzer verboten worden war. Um sich der Willk\u00fcr der Samurai widersetzen zu k\u00f6nnen, entwickelten sie eine Kampfkunst, die in ihren Grundz\u00fcgen das heutige Karate ausmacht.<\/p>\n<p>Richtig bekannt wurde Karate allerdings erst Mitte dieses Jahrhunderts als Gichin Funakoshi begann, die Kampfkunst von Japan aus in alle Welt zu verbreiten. Schon heute z\u00e4hlt Karate zu den weltweit am meisten ausge\u00fcbtesten Sportarten und wird von zahlreichen Sportmedizinern als eine der geeignetsten Sportarten angesehen, um den K\u00f6rper optimal zu entwickeln.<\/p>\n<p>Das Karate lehrt also Abwehrtechniken mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und zugleich auch Angriffstechniken, wobei dem Erfindungsreichtum des Verteidigers keinerlei Grenzen gesetzt sind. Jedes K\u00f6rperteil kann man sowohl zu Verteidigungs- als auch Angriffszwecken nutzen, wobei aber immer der Grundsatz gilt: Niemals als erster angreifen! (und zwar weder mit Worten noch mit Taten) Ein guter Karateka meidet Konflikte, steht aber wenn es notwendig werden sollte, f\u00fcr den Schwachen ein.<\/p>\n<p>Der Fortschritt eines Karateka wird durch verschiedene G\u00fcrtelfarben dokumentiert. Je dunkler der G\u00fcrtel, desto weiter ist der Karateka. Es gibt insgesamt 9 Sch\u00fclergrade und weitere 10 Meistergrade. Zum Erlangen eines jeden Grades ist eine Pr\u00fcfung erforderlich, die ihrerseits nat\u00fcrlich wieder eine intensive Vorbereitungszeit voraussetzt. So kann man davon ausgehen, da\u00df ein Dan-Tr\u00e4ger (= Tr\u00e4ger des schwarzen G\u00fcrtels) mindestens schon f\u00fcnf bis zehn Jahre intensiven Trainings hinter sich gebracht hat. Wer da also glaubt er k\u00f6nne nur mal so schnell ein paar G\u00fcrtelpr\u00fcfungen machen, der ist gewaltig auf dem Holzweg.<\/p>\n<p>Jeder aber, der schon so lange Zeit trainiert hat, wird diese Zeit nicht mehr missen wollen, denn f\u00fcr ihn ist Karate zu mehr als nur einer blo\u00dfen Freizeitbet\u00e4tigung geworden. Man braucht sein t\u00e4gliches Training, man kann ohne ihm nicht leben. Immer wieder geht man an den Rand der Ersch\u00f6pfung, um dann wieder einmal seine eigenen Grenzen zu \u00fcberschreiten. Dann hat man nach dem Training das Gef\u00fchl, aus der Ersch\u00f6pfung heraus wieder neue Kr\u00e4fte f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag sch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen. Man lernt durch das Training mit vielen Problemen ganz anders umzugehen und sie vor allem auch zu l\u00f6sen. Man begreift, da\u00df ein jeder alles vermag, wenn er nur will. &#8211; Der Wille ist alles!<\/p>\n<p>Ralph P. G\u00f6rlach<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karate soll in erster Linie f\u00fcr den Menschen sein. Damit will ich folgendes zum Ausdruck bringen: Durch das Training k\u00f6nnen Menschen aller Altersgruppen ihre koordinativen F\u00e4higkeiten schulen, weiterentwickeln oder aber erhalten. Ferner wird das Muskelsystem ausgebildet, was auf lange Sicht gesehen zum einen der K\u00f6rperkraft dienlich ist und damit nat\u00fcrlich auch die allgemeine Gesundheit f\u00f6rdert. 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