{"id":72,"date":"1994-07-15T12:46:39","date_gmt":"1994-07-15T11:46:39","guid":{"rendered":"http:\/\/lubwart.de\/wordpress\/?p=72"},"modified":"2008-04-16T14:21:42","modified_gmt":"2008-04-16T13:21:42","slug":"karate-lehrgang-4","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/karate-lehrgang-4\/","title":{"rendered":"Karate-Lehrgang"},"content":{"rendered":"<p><img ALIGN=\"right\" HEIGHT=\"75\" WIDTH=\"100\" VSPACE=\"10\" HSPACE=\"10\" BORDER=\"0\" SRC=\"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-content\/gallery\/940401\/thumbs\/thumbs_940401_001.jpg\" \/>F\u00fcr mich war es ja nun schon der zweite Lehrgang mit Sensei Fujinaga, trotzdem wurde dieser Lehrgang am 02. \/ 03. Juli dieses Jahres zu einem wirklich sch\u00f6nen Erlebnis. Und das sicherlich nicht zuletzt nur deshalb, weil unser Verein diesmal mit neun Teilnehmern relativ stark vertreten war.<\/p>\n<p>Schon im Vorfeld des Lehrganges habe ich stark f\u00fcr eine Teilnahme an diesem Lehrgang geworben und es meldeten sich auch viele Interessenten, so da\u00df ich mich entschlo\u00df, einen Kleinbus zu organisieren, damit wir uns besser durch das Gro\u00dfstadtgedr\u00e4nge finden und zusammenbleiben.<!--more--><\/p>\n<p>So ging es dann am Samstag Morgen fr\u00fch um 6 Uhr los. Am Abend vorher hatte ich allen Teilnehmern noch gesagt, wann ich bei Ihnen sein werde, und &#8211; welch Wunder &#8211; es gelang mir tats\u00e4chlich den Zeitplan auf die Minute einzuhalten. (Etwas, was bei mir nur selten klappt.)<\/p>\n<p>Es ging ganz gut voran, da auf den Stra\u00dfen um diese Zeit so gut wie noch kein Verkehr war. Kurz: bereits um 8 waren wir in Taucha (also Ortseingang Leipzig). Dort machten wir eine kurze Pause und diskutierten dar\u00fcber, welche Autobahnabfahrt wir wohl nehmen sollten, um am besten zum Lehrgangsort zu gelangen. J\u00fcrgen machte mich dann darauf aufmerksam, da\u00df wir doch blo\u00df der B 87 folgen m\u00fc\u00dften, auf der wir uns doch bereits befanden, dies sei doch der k\u00fcrzeste Weg, kaum Stadtverkehr &#8230;<\/p>\n<p>Nun gut so fuhren wir denn diesmal die B 87 entlang und kamen auch an, nur komischerweise schien der Stadtplan nicht zu stimmen, denn einen See, der auf der Karte eingezeichnet war, sahen wir nicht und au\u00dferdem befand sich die Turnhalle auf der linken und nicht auf der rechten Stra\u00dfenseite. (Am Abend stellten wir dann fest, da\u00df wir die Karte nur falsch gelesen hatten. War vielleicht auch besser so, denn wer wei\u00df, ob wir sonst auch mitten durch das Zentrum gefahren w\u00e4ren. Immerhin haben wir uns nicht ein einziges Mal zu verfahren.)<\/p>\n<p>Wir hatten noch eine gute halbe Stunde bis zur Anmeldung. So vertrieben sich die \u00e4lteren die Zeit mit Gespr\u00e4chen, w\u00e4hrend die j\u00fcngeren den Bus eingehend untersuchten und Fangen spielten. (Der Bus ist dabei ein fast idealer Abenteuerspielplatz, da er so viele T\u00fcren hat.)<\/p>\n<p>Um neun machten wir uns auf zur Halle. Die Berliner waren schon da und so gab es erst einmal ein Hallo. Wir zogen uns, nachdem wir die Lehrgangsgeb\u00fchr bezahlt hatten, gleich um und gingen in die Halle.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich um zehn Uhr erschien Sensei Fujinaga. Die Halle war diesmal nicht so voll wie sonst (es waren nur ca. 90 Lehrgangsteilnehmer erschienen), aber daf\u00fcr war das Training auf dem gewohnt exellenten Niveau Fujinagas. Die erste Trainingseinheit war f\u00fcr alle Graduierungen gedacht. Schon bei der Erw\u00e4rmung gab Sensei Fujinaga den Trainern erste Hinweise, wie ein gutes Training aufzubauen sei. Nicht kraftintensive \u00dcbungen wie Liegest\u00fctze, Spr\u00fcnge u.\u00e4. sollten im Vordergrund stehen, daf\u00fcr sei das Training selbst anstrengend genug, nein vielmehr sollte man eine lockere Gymnastik machen, viel Stretching &#8230;<\/p>\n<p>Doch dann ging es zur Sache. Man stelle sich nur einmal vor: Es gelang Sensei Fujinaga tats\u00e4chlich ein reichlich einst\u00fcndiges Training mit exakt nur vier Techniken so auszuf\u00fcllen, da\u00df keinen Augenblick Langeweile aufkommen konnte.<\/p>\n<p>einst\u00fcndiges Training mit exakt nur vier Techniken so auszuf\u00fcllen, da\u00df keinen Augenblick Langeweile aufkommen konnte. Gyaku Zuki, Oi Zuki, Kizami Zuki und Shuto Uke waren diese Techniken. Zun\u00e4chst wurden sie in einzelne Sequenzen zerlegt, dann wurde der Rhythmus in der Ausf\u00fchrung ver\u00e4ndert, dann im Vorgehen und immer wieder lag das Hauptaugenmerk auf der richtigen H\u00fcftarbeit, und und und &#8230;<\/p>\n<p>Immer wieder unterbrach Sensei Fujinaga die Ausf\u00fchrung der Techniken, um einige Fehler aufzuzeigen und Hinweise zum Vermeiden derselben zu geben. Wie von ihm gewohnt, war seine Art zu erkl\u00e4ren sehr anschaulich. Immer wieder verwies er auf Parallelen zwischen Karatetechniken und Techniken anderer Sportarten oder auch ganz allt\u00e4glichen Dingen. Es war schon mehr als erstaunlich. Manch einer, der das erste Mal bei Sensei Fujinaga trainierte, glaubte bis zu diesem Tage sicherlich, da\u00df er solch einfache Techniken wie Oi Zuki oder Gyaku Zuki l\u00e4ngst verstanden habe, aber so viele Fehlerquellen, die bei diesen einfachen Techniken auftreten, man glaubt&#8217;s einfach nicht, was es da so alles zu beachten gibt &#8230;<\/p>\n<p>Nachdem dieses erste Training vorbei war, zogen wir uns schnell um und machten uns auf zum Chinesen &#8211; Mittagessen war angesagt. Dort angekommen, mu\u00dften wir erfahren, da\u00df schon alle Pl\u00e4tze reserviert seien, aber in einer Hinterstube fand sich dann doch noch ein Pl\u00e4tzchen f\u00fcr uns. Nach einem ausgiebigen Mahl, welches einige ganz hungrige noch ein wenig mit Chili-So\u00dfe nachw\u00fcrzen mu\u00dften (schlie\u00dflich gibt das ja einen guten Atem), machten wir uns wieder auf den R\u00fcckweg.<\/p>\n<p>Die zweite Trainingseinheit war nach Graduierungen getrennt (wei\u00df bis orange und gr\u00fcn bis schwarz). Hier legte Sensei Fujinaga den Schwerpunkt auf Kihon und Kumite, wobei wiederum die H\u00fcftarbeit im Mittelpunkt stand. Auch bei den Fortgeschrittenen war der Trainingsinhalt derselbe, nur das Sensei Fujinaga au\u00dferdem noch die f\u00fcnf Heian Kata sowie Tekki Shodan und Bassai Dai im Detail erl\u00e4uterte und ausf\u00fchren lie\u00df. Jedes Mal, wenn er einen Fehler entdeckte, lautete sein einziger Kommen-<\/p>\n<p>tar: &#8222;Nochmal.&#8220; Nat\u00fcrlich erkl\u00e4rte er auch, was falsch war und zeigte es auch richtig, aber wie sich herausstellen sollte, ist es gar nicht so leicht, alles richtig zu machen.<\/p>\n<p>Am Ende des letzten Trainings waren wir alle ein wenig ausgepowert, nicht zuletzt auch durch die hohen Au\u00dfentemperaturen. Nun hie\u00df es nur noch schnell umziehen und ab zum Badesee. Dort angekommen: Raus aus den Klamotten und rein ins Vergn\u00fcgen. Das war vielleicht eine Wonne, nach den Anstrengungen des Trainings, einmal so richtig ausspannen und sich austoben k\u00f6nnen &#8230; Mit den letzten Strahlen der untergehenden Sonne machten wir uns dann auch wieder auf den R\u00fcckweg. Unsere Schlafpl\u00e4tze im Judoraum hatten wir schon vorbereitet und so krochen wir in unsere Schlafs\u00e4cke.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen ging das Training erst um 10.00 Uhr los. Irgendwie mu\u00dften nun die verbleibenden anderthalb Stunden ausgef\u00fcllt werden. Was lag also n\u00e4her, als ein wenig Ball zu spielen? Dabei zeigte sich, da\u00df einige noch \u00fcber reichlich viel Kr\u00e4fte verf\u00fcgten und auch untereinander ihre Kr\u00e4fte messen konnten.<\/p>\n<p>Das Training am Sonntag bestand ausschlie\u00dflich aus Kata. In der ersten Trainingseinheit waren dies die Kata Heian 1 bis 4, w\u00e4hrend die Fortgeschrittenen Heian Yondan sowie Kanku Dai und Hangetsu \u00fcbten.<\/p>\n<p>reichlich viel Kr\u00e4fte verf\u00fcgten und auch untereinander ihre Kr\u00e4fte messen konnten.<\/p>\n<p>Das Training am Sonntag bestand ausschlie\u00dflich aus Kata. In der ersten Trainingseinheit waren dies die Kata Heian 1 bis 4, w\u00e4hrend die Fortgeschrittenen Heian Yondan sowie Kanku Dai und Hangetsu \u00fcbten.<\/p>\n<p>Es war schon fast zum Verzweifeln: Sensei Fujinaga zeigte eine Technik in der Kata und meinte dazu: &#8222;So m\u00fc\u00dft ihr es machen.&#8220; Nun versucht der Sch\u00fcler, es dem Meister gleichzutun, aber es gelingt nicht. Der Meister wei\u00df schon nicht mehr, wie er es dem Sch\u00fcler noch beibringen soll, der Sch\u00fcler gibt sein Bestes aber der Meister sch\u00fcttelt nur den Kopf und sagt: &#8222;Nochmal.&#8220; Besonders die Endbewegungen der Kata Kanku Dai und Hangetsu lie\u00df Sensei Fujinaga unz\u00e4hlige Male wiederholen. Ich glaube, er brach dann aus Zeitgr\u00fcnden ab, denn so richtig zufrieden, schien er mit unserer Ausf\u00fchrung nicht zu sein.<\/p>\n<p>Einmal geht jeder Lehrgang zu Ende und so auch dieser. Nachdem wir uns umgezogen hatten, ging es wieder auf die Piste gen Heimat. Die Sonne brannte auf das Wagendach und es war kaum auszuhalten; um so mehr freuten sich alle auf das bevorstehende Bad in Zeischa, mit dem wir dieses Wochenende ausklingen lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ich denke, da\u00df dieser Lehrgang hoffentlich allen sehr gefallen hat. Der n\u00e4chste Fujinaga-Lehrgang kommt bestimmt und ich fahre wieder hin. Du kommst doch auch mit oder?<\/p>ngg_shortcode_0_placeholder","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr mich war es ja nun schon der zweite Lehrgang mit Sensei Fujinaga, trotzdem wurde dieser Lehrgang am 02. \/ 03. Juli dieses Jahres zu einem wirklich sch\u00f6nen Erlebnis. Und das sicherlich nicht zuletzt nur deshalb, weil unser Verein diesmal mit neun Teilnehmern relativ stark vertreten war. 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