{"id":263,"date":"1998-06-15T07:23:12","date_gmt":"1998-06-15T06:23:12","guid":{"rendered":"http:\/\/lubwart.de\/wordpress\/?p=263"},"modified":"2008-07-30T15:14:16","modified_gmt":"2008-07-30T14:14:16","slug":"pfingstlehrgang","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/pfingstlehrgang\/","title":{"rendered":"Pfingstlehrgang"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" align=\"left\" height=\"75\" width=\"100\" vspace=\"10\" hspace=\"10\" border=\"0\" src=\"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-content\/gallery\/9806\/thumbs\/thumbs_980530%20Imura%20007.jpg\" \/>Eigentlich macht man ja Pfingsten Urlaub, erholt sich einmal in aller Ruhe von den Strapazen des Alltags, doch leider (und vielleicht auch zum Gl\u00fcck), hatte der Shotokan Ryu in Deutschland dieses Jahr zu Pfingsten zu einem Lehrgang mit dem JKA-Kata-Weltmeister Sensei Imura (7\u00b0 Dan) nach Berlin eingeladen.<!--more--> Sch\u00e4tzungsweise werden wohl so um die dreihundert Karateka beim Lehrgang gewesen sein&#8230;<\/p>\n<p>Trotz des herrlichen Pfingstwetters waren dieser Einladung zahlreiche Karateka aus dem gesamten Bundesgebiet gefolgt, um bei diesem Meister zu \u00fcben und zu lernen. Nach einer kurzen Begr\u00fc\u00dfung ging das Training auch schon gleich voll los. Sensei Imura lie\u00df keine Zweifel dar\u00fcber aufkommen, was Sinn und Zweck des Lehrgangs sei &#8211; n\u00e4mlich das Trainieren.<\/p>\n<p>Die einzelnen Trainingsgeinheiten waren auf je eine Stunde beschr\u00e4nkt, so da\u00df das Training selbst wohl kaum lang werden konnte. Den Hauptschwerpunkt des Trainings legte Sensei Imura bei den Fortgeschrittenen auf die richtige H\u00fcftposition, die, wie er fand, bei vielen zu hoch ist. Auch bewegen sich zahlreiche Karateka noch immer mit der typischen Hoch-Tief-Hoch &#8211; Bewegung der H\u00fcfte vor. Dies m\u00fcsse unbedingt abgestellt werden.<\/p>\n<p>Die von Sensei Imura angesetzten \u00dcbungen bestanden haupts\u00e4chlich aus altbekannten Techniken. Oi Zuki stand ebenso auf dem Programm wie Mae Geri oder Gyaku Zuki. Damit hatte sich das Lehrgangs-Repertoire auch schon fast ersch\u00f6pft. Wer jedoch glaubte, da\u00df dies alles sei, dem sei zur Vorsicht geraten. Denn anhand dieser doch recht einfach erscheinenden Techniken vermittelte Sensei Imura sein Geheimrezept einer wirkungsvollen Karate-Technik: Ein guter H\u00fcfteinsatz gepaart mit einer tiefen H\u00fcftposition.<\/p>\n<p>Dies dem Meister gleichzutun war gar nicht so einfach wie man zun\u00e4chst meinen wollte. Denn nach der zwanzigsten oder drei\u00dfigsten Wiederholung der Technik taten die Beine langsam weh und sehnten sich nach einer bequemeren Stellung. Allein Sensei Imura hielt uns an, weiter tief zu stehen. Gerade dann, so der Meister, wenn die Beine anfingen weh zu tun, gerade dann m\u00fcsse man sich besonders auf die tiefe Stellung konzentrieren. Nur so k\u00f6nne man seine Stellung dauerhaft verbessern.<\/p>\n<p>Ein besonders wichtiger Aspekt im Training war auch das kr\u00e4ftige Absto\u00dfen in der Vorw\u00e4rtsbewegung. Hier demonstrierte Sensei Imura sehr deutlich welch einen Unterschied es ausmacht, ob man sich nur einfach mal so mit einem Schritt vorbewegt, oder ob man sich deutlich \u00fcber das vordere Bein hinweg nach vorn abst\u00f6\u00dft. Ebenfalls ein h\u00e4ufig auftretender Fehler, den wohl leider allzu viele Karateka begingen: Das vorgehende Bein wurde nicht immer richtig am Standbein vorbei nach vorn gef\u00fchrt; statt dessen gehen viele mit einem breiten Schritt vor. Auch dies mu\u00df immer ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>ngg_shortcode_0_placeholder<p>So zeigte uns Sensei Imura an solch einfachen Techniken vielerlei Dinge auf, die wir unbedingt verbessern m\u00fcssen und ich denke er hat uns wieder genug \u00dcbungsstoff gegeben.<\/p>\n<p>Das Training selbst war durchaus logisch aufgebaut und verfolgte insgesamt gesehen nur ein Ziel: Das systematische Hinf\u00fchren auf das auf den Sonntag nachmittag gelegte Kata-Training.<\/p>\n<p>Sensei Imura hatte die Kata Empi ausgew\u00e4hlt, die aufgrund ihrer spezifischen Bewegungen an den Flug einer Schwalbe erinnert. Gerade dieser Kata sind blitzschnelle Wendungen und eine insgesamt relativ tiefe H\u00fcftposition eigen. Wer Sensei Imura&#8217;s Training kannte h\u00e4tte wissen m\u00fcssen, da\u00df er nur Kata vorbereiten wollte. Er versteht es n\u00e4mlich wirklich meisterhaft Parallelen zu Grundschule und Kumite herzustellen. Nach einem ausgiebigen Grundschul- und anschlie\u00dfendem Partnertraining, folgt regelm\u00e4\u00dfig Kata-Training, welches all die bereits in den vorangegangenen Lektionen ge\u00fcbten Techniken logisch fortf\u00fchrt und so eine Verbindung herstellt. Hier wird der Ausspruch von den drei S\u00e4ulen des Karate: Kihon (Grundschule), Kumite (Partner\u00fcbung) und Kata (Form) Realit\u00e4t und hautnah erlebbar, hier versteht man, da\u00df diese Grundaussage eigentlich bereits auch die richtige Lehranweisung enth\u00e4lt: Nach dem \u00dcben der Grundtechniken werden diese am Partner umgesetzt, um anschlie\u00dfend die Anwendung der Kata besser zu verstehen.<\/p>\n<p>Eine kleine kritische Anmerkung am Rande sei mir gestattet. Leider hielt sich Sensei Imura meist bei den Schwarzgurten auf, erkl\u00e4rte dort leise seine Kritikpunkte und Hinweise Pierre Leiding, der diese dann laut als \u00dcbungsanweisung weitergab. Hier w\u00e4re w\u00fcnschenswert gewesen, da\u00df der Meister seine Techniken allen Karateka zeigt und erkl\u00e4rt. Insbesondere die Blaugurte bekamen so h\u00e4ufig nur wenig oder auch gar nichts von den Erkl\u00e4rungen des Meisters mit.<\/p>\n<p>Am Ende des Trainings \u00fcberreichte Sensei Imura als Zeichen seiner Anerkennung einigen Schwarzgurten einen G\u00fcrtel, verbunden mit der Bitte, auch k\u00fcnftig so weiterzumachen wie bisher und das JKA-Karate in Deutschland weiter zu verbreiten. Zu den so geehrten geh\u00f6rten unter anderem Pierre Leiding, Wulf Ader, Siggi Gelz, Klaus Maih\u00f6fer, Jan Gebhardt, Dirk Leiding und auch der schon von zahlreichen Veranstaltungen bekannte Dolmetscher Andreas. Diese Ehrung nahm Sensei Imura unter dem Beifall der zahlreichen Anwesenden vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich macht man ja Pfingsten Urlaub, erholt sich einmal in aller Ruhe von den Strapazen des Alltags, doch leider (und vielleicht auch zum Gl\u00fcck), hatte der Shotokan Ryu in Deutschland dieses Jahr zu Pfingsten zu einem Lehrgang mit dem JKA-Kata-Weltmeister Sensei Imura (7\u00b0 Dan) nach Berlin eingeladen.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[143],"tags":[],"class_list":["post-263","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=263"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}