{"id":1166,"date":"2008-02-26T11:13:23","date_gmt":"2008-02-26T10:13:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/?page_id=1166"},"modified":"2008-03-03T09:21:31","modified_gmt":"2008-03-03T08:21:31","slug":"funakoshi-gichin","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/karate-and-more\/geschichte\/funakoshi-gichin\/","title":{"rendered":"Funakoshi Gichin"},"content":{"rendered":"<p>Gichin Funakoshi wurde 1869 auf Okinawa (Bezirk Yamakawa-cho) als einziger Sohn einer einfachen Samurai-Familie der Shizoku-Klasse (privilegierte ~) geboren.<\/p>\n<p>Funakoshis Vater war ein Experte im Kampf mit dem okinawanischen Stock (Kon). In seiner Kindheit lebte Funakoshi bei seinem Gro\u00dfvater Gifu, der ein bekannter konfuzianischer Gelehrter war. Von ihm lernte er die vier gro\u00dfen chinesischen Klassiker.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.bushido-lubwart.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/03\/funakoshi.jpg\" title=\"Funakoshi Gichin - Begr\u00fcnder des modernen Karate\" align=\"right\" height=\"200\" hspace=\"10\" vspace=\"10\" width=\"200\" \/>Bereits in seiner Grundschulzeit begegnete er Meister Anko Azato, einem Sch\u00fcler der Matsumura-Linie, und begann bei ihm mit dem Unterricht im Karate-do.<\/p>\n<p>1888 machte er die Pr\u00fcfung zum Hilfslehrer an der Schule in Shuri. 1891 wurde er jedoch nach Naha versetzt und zum Hauptschullehrer bef\u00f6rdert. Seine Verbindung zu seinen Lehrern Azato und Itosu brach nie ab, obwohl er nun in Naha mit den Meistern Kyuna, To&#8217;onna, Niigaki und Sokon Matsumura zu \u00fcben begann.<\/p>\n<p>1901\/1902 leitete er eine Karatedemonstration in der Schule von Naha anl\u00e4\u00dflich eines Besuches des Schulkommissars der japanischen Provinz Kagoshima. Auf dessen Bericht hin wurde Karate Teil des Lehrplanes an den okinawanischen Schulen.<\/p>\n<p>Nach drei\u00dfig Jahren Schullehrzeit bat Funakoshi um seine Entlassung und widmete sich vollst\u00e4ndig den Kampfk\u00fcnsten. 1916 hatte Japan zum ersten Mal wirklichen Kontakt zum okinawanischen Karate, als Meister Funakoshi nach Kyoto fuhr und dort eine Karatedemonstration veranstaltete.<\/p>\n<p>Am 6. M\u00e4rz 1921 kam der japanische Erbprinz Hirohito nach Okinawa, und ihm zu Ehren wurde eine erneute Karatedemonstration unter der Leitung von Funakoshi gegeben.<\/p>\n<p>Alsdann wurde Funakoshi beauftragt, Karate anl\u00e4\u00dflich einer gro\u00dfen Kampfkunstdemonstration in Tokyo vorzustellen. Niemand ahnte damals, da\u00df die Reise Funakoshis im Mai 1922 eine Reise ohne R\u00fcckkehr werden sollte.<\/p>\n<p>In seinem freiwilligen Asyl widmete der damals 53j\u00e4hrige Meister den Rest seines Lebens der Verbreitung des Karate-do.<\/p>\n<p>Bereits im November desselben Jahres ver\u00f6ffentlichte Funakoshi seine erste Arbeit: &#8222;Ryukyu Kempo Karate&#8220;. Kurz darauf ver\u00f6ffentlichte Funakoshi sein zweites Werk &#8222;Renten Goshin Karate Jitsu&#8220;.<\/p>\n<p>Trotz des gro\u00dfen Interesses der Japaner am Karate, waren die Anf\u00e4nge schwer. Lange Zeit lebte Meister Funakoshi in gro\u00dfer Not, verdiente sich tags\u00fcber ein wenig Geld mit allerlei Arbeiten und unterrichtete abends seine ersten Sch\u00fcler. Er hatte keine Wohnung und schlief im Studentenschlafsaal, den er als Gegenleistung sauber hielt.<\/p>\n<p>Erst im September 1924 gr\u00fcndete er den ersten Karateklub an der Keio-Universit\u00e4t. Darauf folgte ein Klub an der Ichiko-Universit\u00e4t (1926), und 1927 folgten die Universit\u00e4ten Takushoku, Waseda u.v.a.m.<\/p>\n<p>Durch den Zustrom von Sch\u00fclern verbesserte sich Meister Funakoshis anf\u00e4nglich schlechte finanzielle Lage etwas, und er konnte in eine eigene Wohnung urnziehen.<\/p>\n<p>1935 erschien &#8222;Karate-do Kyohan &#8211; der Text des Meisters&#8220;, Funakoshis eigentliches Lehrbuch \u00fcber das Shotokan Karate-do.<\/p>\n<p>1936 wurde das Shotokan-Dojo im Meijuro-Viertel Tokyos er\u00f6ffnet, das erste private Karate-Dojo Tokyos mit einem wirklichen Lehrer.<\/p>\n<p>Dann begann der zweite Weltkrieg, das Shotokan-Dojo wurde durch Bomben zerst\u00f6rt, und Meister Funakoshis Sohn Yoshitaka starb 1945 an Tuberkulose.<\/p>\n<p>Der Meister reiste daraufhin nach Kyushu, wo er seine Frau traf, die er seit dem Verlassen Okinawas nicht mehr gesehen hatte. Beide lebten in gro\u00dfer Armut unter den Kriegsfl\u00fcchtlingen, bis 1947 seine Frau starb.<\/p>\n<p>Noch im selben Jahr reiste Funakoshi zur\u00fcck nach Tokyo, wo er bis 1948 sehr zur\u00fcckgezogen lebte. Dann begann er wieder an den Universit\u00e4ten Keio und Waseda zu unterrichten.<\/p>\n<p>Neun Jahre sp\u00e4ter, am 26. April 1957, verstarb Meister Funakoshi im Alter von 88 Jahren.<\/p>\n<p>Mit ihm ging einer der gr\u00f6\u00dften Meister des Karate, die es je gab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gichin Funakoshi wurde 1869 auf Okinawa (Bezirk Yamakawa-cho) als einziger Sohn einer einfachen Samurai-Familie der Shizoku-Klasse (privilegierte ~) geboren. Funakoshis Vater war ein Experte im Kampf mit dem okinawanischen Stock (Kon). In seiner Kindheit lebte Funakoshi bei seinem Gro\u00dfvater Gifu, der ein bekannter konfuzianischer Gelehrter war. Von ihm lernte er die vier gro\u00dfen chinesischen Klassiker. 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